Auch oben ohne auf der Pirsch

Zu wenig Platz in der Garage für ein SUV und Cabrio? Range Rover hat die Lösung.
Land rover. Das erste SUV-Cabrio am Markt ist ein echter Blickfang. Sieht einfach gut aus. Und es kann deutlich mehr, als viele Kritiker dem Range Rover Evoque Cabriolet zugetraut hatten. Das haben ausführliche Testfahrten der VN gezeigt. Der kompakte oben-ohne-Rangie ist alles andere als ein Kompromiss. Im Gegenteil. Das Unikat am Markt ist weder als SUV noch als Cabrio schlecht. So ist die Verwindungssteifigkeit der Karosserie auf höchstem Niveau. Das gilt auch für das Verdeck, das in nur 18 Sekunden öffnet und schließt. Geschlossen bietet es dank exzellenter Geräuschdämmung Fahrkomfort auf Augenhöhe mit den verlöteten Versionen. Und auch abseits befestigter Straßen gibt es keinerlei Einschränkungen. Mit dem Evoque Cabrio kann man also auch oben ohne auf die Pirsch. Wenn auch die potenzielle Kundschaft darunter weniger weidmännische Handlungen im klassischen Sinne verstehen dürfte.
Es ist lange her, dass ein Auto so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und Köpfe derart oft verdreht hat. Das haben wir bei unserem Test erleben können. Uneingeschränkte Zustimmung für das Konzept gibt es allerdings nicht. Bei allem Wow-Effekt: Menschen, die Autos in erster Linie aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften schätzen, finden wenig Gefallen am SUV-Cabrio. Sie dürften in der Praxis damit auch bestätigt werden.
Das liegt stark am Platzangebot des offenen Evoque. Vorne ist es mehr als ausreichend und im Fonds noch immer ordentlich. Dort hinzugelangen, ist allerdings eine rechte Kraxelei. Und dann war´s das schon mit viel Platz. Weil ganz hinten, dort wo bei den anderen Modellen der Baureihe ein ordentliches Gepäckabteil darauf wartet, beladen zu werden, geht es sehr beengt zu. Kleine Öffnung und nur 251 Liter Ladevolumen zeugen von der einzigen echten Schwäche des außergewöhnlichen Fahrzeugkonzepts. Vier Personen und Reisen geht sich da jedenfalls kaum aus.
Richtig fein, und von den Baureihen-Geschwistern bekannt, ist die Technik. Empfehlenswert ist das 2-Liter-Diesel-Aggregat mit 180 PS Leistung, das mit dem konstruktionsbedingten Mehrgewicht (in Summe über zwei Tonnen) leichtes Spiel hat. Kraft ist ausreichend vorhanden. Das SUV-Cabrio lässt sich spritzig bewegen. Es beschleunigt in rund zehn Sekunden auf Tempo 100 und zeigt sich auch beim Verbrauch manierlich. Den Normverbrauch gibt Land Rover mit 5,7 Litern an. Im Test waren es 6,9 Liter. Das Fahrwerk bietet eine breite Spreizung von agil bis komfortabel. Die exakt schaltende Automatik unterstützt die feinen Fahreigenschaften.
Der britische Premiumhersteller hat mit dem Evoque Cabrio ein Alleinstellungsmerkmal, das sich beim Preis bemerkbar macht. Wer ein SUV-Cabrio will, muss recht tief in die Tasche greifen. Preise ab 56.500 Euro.

Eindruck: Was uns überrascht hat: der offene Evoque ist weder als SUV schlecht noch als Cabrio. Alles andere als ein Kompromiss. Unbestritten ist die spektakuläe Optik. Einzige Schwäche: der kleine Kofferraum mit schmaler Öffnung.


Fakten
Motor/Antrieb: 2-Liter-Dieselaggregat, 180 PS Leistung, 430 Nm Drehmoment, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb
Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 10,3 Sekunden, Spitze bei 195 km/h, Verbrauch 5,7 l (149 g CO2/km), Test: 6,9 Liter
Preis: ab 56.500 Euro; Testwagen: 66.700 Euro