Noch ein bisschen mehr Performance

14.04.2017 • 11:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Schneller war noch kein Serien-Golf zuvor. Fahreindrücke der sportlichen Wolfsburger.

VW. Volkswagen hat seine wichtigste Baureihe aufgewertet. Der Golf VII fährt jetzt mit zahlreichen Detail-Verbesserungen in die zweite Hälfte seines Lebenszyklus. Vom technischen Update profitieren alle Varianten – auch jene mit mächtig Power unter der Haube. Und davon gibt es jetzt noch ein bisschen mehr. Die VN konnten den Kompaktsportlern aus Wolfsburg auf der Rennstrecke auf den Zahn fühlen. Schneller war noch kein Serien-Golf zuvor. Ein besseres Handling gab es auch noch nie, wie erste Fahreindrücke eindrucksvoll zeigen. Aber der Reihe nach.

Der Golf GTI ist längst Kult. Seit 41 Jahren ist er am Markt. Kräftige Antriebe waren immer sein Markenzeichen. Jetzt haben die Wolfsburger noch einmal an der Leistungsschraube gedreht und kitzeln bis zu 245 PS aus dem 2-Liter-Motor. Das ist bei der Performance-Variante der Fall, die wir ausführlich fahren konnten. Mehr PS (plus 15), mehr Drehmoment (plus 20 Nm auf 370) und ein neu entwickeltes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sorgen für eine bessere Beschleunigung. Der Antritt ist satt. In nur 6,2 Sekunden beschleunigt der Golf GTI auf Tempo 100 und muss bei 250 km/h elektronisch eingebremst werden. Und wenn man den Werksangaben glauben möchte, verbraucht er auf 100 Kilometer nur 6,2 Liter Sprit. In der Praxis wird es wohl etwas mehr sein. Aber beachtlich ist das allemal. Wie auch das Fahrwerk einen exzellenten Eindruck hinterlässt. Der Golf GTI Performance ist weit mehr als nur ein kompaktes Kraftpaket. In Kurven pickt er richtiggehend auf der Straße. Und der GTI verzögert richtig gut, weil VW auch in die Bremsen investiert hat. Die sind jetzt größer. Beim brutalen Beschleunigen aus den Kurven reißt der Kompaktsportler kräftig am Lenkrad. Die mit mächtig Drehmoment versorgten Vorderräder suchen die Flucht nach vorne.

Beim Spitzenmodell der Golf-Baureihe ist das anders. Allradantrieb sorgt bei den R-Varianten für beste Traktion auch aus engen Kurven heraus. Mit 310 PS Leistung und einer Beschleunigung von 0 auf 100 in nur 4,6 Sekunden (beim 2- und 4-Türer) bzw. 4,8 Sekunden (Variant) geht die Post so richtig ab. Der Golf R kennt auf der Rennstrecke kein Halten. Mit Performance-Paket ist gar eine Spitze von 270 km/h möglich. Schneller war noch kein Serien-Golf zuvor.

Besser wohl auch nicht. VW hat in allen Bereichen nachgelegt. Beim Design, bei den Leuchten (LED), bei den digitalen Instrumenten, den Online-Services und dem autonomen Fahren. Bis 60 km/h übernimmt der Computer. Das ist aber nur was für den Stop-and-Go-Verkehr. Wer in einem Golf R sitzt will selbst fahren. Am liebsten auf der Rennstrecke. Und sicher nicht nur 60 km/h schnell.

VN-Testfahrten: Mit dem VW Golf R auf der Rennstrecke. 310 PS Leistung und serienmäßiger Allradantrieb sind eine feine Mitgift.
VN-Testfahrten: Mit dem VW Golf R auf der Rennstrecke. 310 PS Leistung und serienmäßiger Allradantrieb sind eine feine Mitgift.
Karositze: geschichtsträchtiger Sportler.
Karositze: geschichtsträchtiger Sportler.
Golf GTI Performance: satte 245 PS.
Golf GTI Performance: satte 245 PS.

Fakten

VW Golf GTI: Angeboten werden zwei Varianten mit 230 bzw. 245 PS (Performance), Frontantrieb sowie wahlweise 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe oder manueller Schaltung. Preis: ab 36.990 Euro (230 PS)

VW Golf R: 310 PS Leistung, Allradantrieb, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe od. Schaltgetriebe, 2- u. 4-Türer od. Kombi. Preis: ab 51.890 Euro.

Link zum Video: http://VN.AT/su9PHb