So fährt sich der Großraum-SUV von Seat

08.07.2019 • 21:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zugabe ist beim Tarraco ein Segway E-Scooter. Den hat sich Mitfahrerin Leonie gleich einmal für eine Runde geschnappt.VN/STEURER

Praktisch in der Funktion, gibt Seat-Großraum-SUV Tarraco den auf Komfort angelegten Raumstifter.

seat Auf dem Marktplatz der Freizeit- und Familien-SUV herrscht inzwischen ein dichtes Gedränge. Klein, mittel, groß – da ist alles zu haben, was die mehr oder weniger geländegängige Hochsitz-Fraktion hergibt. Jede Nische im Segment wird ausgefüllt. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass mittlerweile auch Seat nach dem Mini-Crossover Arona und dem Kompakt-SUV Ateca vergleichsweise großspurig daherkommt.

Das neue Flaggschiff der Spanier nennt sich Tarraco und kratzt mit seiner Außenlänge von knapp 4,74 Meter an der Oberklasse. Der Aufschwung zu neuer Größe, die Seat mit dem Allrad-Allrounder im XL-Format zelebriert, kommt uns zunächst einmal vergleichsweise spanisch vor. Der Entwurf und die Ausgestaltung des neuen Ibero-SUV erfolgte zwar in Barcelona, produziert wird der Raumriese allerdings in der Heimstätte des Mutterkonzerns, im VW-Werk Wolfsburg.

Sei´s drum: Tatsächlich gibt der hochbeinige Spanier, ausstaffiert mit einem spannenden Blechkleid, eine stattliche Figur ab. Dazu passen die Ecken und Kanten von vorne bis hinten, die ein sportiv-dynamisches Auftreten vermitteln. Die Voll-LED-Lichter unterstreichen das Profil des mit 1,8 Tonnen ziemlich gewichtigen SUV-Typs.Die Karosserie-Konfektionsgröße lässt erahnen, dass der Tarraco auch im Innenraum aus dem Vollen schöpft. In der Tat: der groß geratene Seat-SUV geht gleichsam als praktische Familienpackung durch. Als optionaler 7-Sitzer macht der Hochsitzer auf Team-Transporter. Die Rücksitzbank ist verschiebbar, das schafft beachtlich Platz in der zweiten Reihe. Da gelingt die Hingabe ans Raumgefühl. Die dritte Sitzreihe ist hingegen vorzugsweise etwas für die Schülerliga. So richtig gemütlich machen können es sich da langbeinige Mitfahrer nicht, in angestrengter Demutshaltung gilt es auszuharren. So droht auf längeren Fahrten schon eine gewisse Verkrampfung. Als Fünfsitzer ist der Tarraco hingegen ein wahrer Raumstifter. Da bleiben beachtliche 700 Liter Stauraum fürs Reisegepäck. Und bei umgeklappter Rückbank wird der dann raumgreifende Spanier mit maximal 1920 Liter Fassungsvermögen gar zum eilfertigen Lademeister. Überdies lässt sich auf längeren Ausfahrten feststellen, dass der Allradler mit seinem großzügigen 2,79-Meter-Radstand eine gute Balance findet zwischen komfortablem Raumgleiter und fahraktivem Hochsitz-Typ. Die Bodenhaftung ist garantiert, indes auch eine leichte Wankbewegung beim Durcheilen von Wechselkurven vernehmbar.

Der Tarraco pflegt den kraftvoll-eleganten Auftritt und kann einiges wegpacken.
Der Tarraco pflegt den kraftvoll-eleganten Auftritt und kann einiges wegpacken.

Überhaupt fühlt man sich im Umfeld des hochwertig anmutenden Digital-Cockpits gut aufgehoben. In der Xcellence-Ausstattungslinie ist so ziemlich alles an Bord, was an Komfort- und Technikfeatures derzeit angesagt ist – vom modernen Infotainment-/Navisystem samt Surround-View-Kamera übers Adaptiv-Fahrwerk genauso wie Stau- und Notfallassistenten bis hin zu Totwinkelwarner, Spurhaltehelfer oder Fußgänger- und Verkehrsschilderkennung sowie Sportkomfortsitzen in Alcantara, 3-Zonen-Climatronic und Parklenkassist.

Mit dem 190 PS-Topdiesel (erfüllt die strenge 6d-Temp-Abgasnorm) unter der imposanten Motorhaube gerät der Tarraco sehr ordentlich in Schwung, im Bedarfsfall lässt sich mit dem kräftigen Diesel-Brummer auch mal ein flotteres Tempo gehen. Größe und Gewicht fordern allerdings alsbald ihren Tribut. In der Gesamtschau ist der ebenso robuste wie elegante Allrounder ein durchwegs komfortabel-fahrstabiles Reisemobil. VN-HGP

Fakten und Daten

Motor/Antrieb Vierzylinder-Turbodiesel, 190 PS, 400 Nm/1750 bis 3250 U/min,Allradantrieb, 7-G-DSG

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 km/h: 8,0 Sek., Spitze: 210 km/h, Norm: 5,6 l (147g CO2/km), Test: 6,9 l

Preis Grundpreis: 49.190 Euro; Testwagen: 58.509 Euro.