Ein Individualist für Eilige

Motor / 03.01.2020 • 10:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch optisch zeigt der neue John Cooper Clubman mehr Muskeln. Unter der Haube arbeitet jetzt ein 306-PS-Aggregat.VN/Paulitsch
Auch optisch zeigt der neue John Cooper Clubman mehr Muskeln. Unter der Haube arbeitet jetzt ein 306-PS-Aggregat.VN/Paulitsch

Sechs Türen und mächtig Power: Minis kompakter Lieferwagen fährt mit 306 PS vor.

Mini Die britische BMW-Tochter Mini tanzt mit ihren Fahrzeugkonzepten immer wieder aus der Reihe. Der außergewöhnlichste Vertreter im Portfolio ist der Clubman, der mit seinem 6-Türen-Konzept ein echter Individualist am Automarkt ist. Mini sind die Abmessungen, das Raumangebot aber alles andere als klein. Seine wie Flügel öffnenden Hecktüren machen ihn zu einem Unikum. Am Grundkonzept hat sich auch mit der jüngsten Neuauflage nichts geändert. Die Verpackung wurde jedoch auf den neuesten Stand gebracht, der Innenraum aufgewertet und digital zukunftsfit gemacht. Motorisch haben die Briten ordentlich nachgelegt, vor allem beim Topmodell, dem John Cooper Works Clubman.

Erfolgreiches Krafttraining

Hinter dem neuen Grill mit den LED-Leuchten schlägt das Herz des sportlichen Lieferwagens. Mini hat das 2-Liter-Benzinaggregat in die Kraftkammer geschickt. Die neue Generation zeigt jetzt deutlich mehr Muskeln. Dass die Optik kein leeres Versprechen bleibt, dafür sorgt ein aufgeladenes Aggregat mit neu 306 PS. Das Leistungsplus zum Vorgänger liegt bei 30 Prozent. Das Mehr an Fahrspaß hat nicht minder zugenommen. Der Sprint auf Tempo 100 ist in unter fünf Sekunden geschafft, Schluss ist erst bei 250 km/h. Damit die Kraft auch auf die Straße kommt, ist Allradantrieb serienmäßig mit an Bord. Für schnelle Gangwechsel sorgt eine 8-Gang-Sportautomatik mit einer integrierten mechanischen Differenzialsperre für die Vorderräder. Ein Bündel weiterer Maßnahmen wie etwa Versteifungen an der Karosseriestruktur bringen den Clubman auf die Überholspur. Agilität und Performance erreichen Sportwagen-Niveau.

Türen mit Vor- und Nachteilen

Dabei bleibt der kleine Kombi gemeinsam mit dem Countryman der Praktiker in der Produktfamilie von Mini. Bei umgeklappten Sitzen bietet er mit 1250 Litern Ladevolumen ordentliche Transportkapazitäten. Mit fünf Personen voll besetzt stehen noch immer 350 Liter fürs Gepäck zur Verfügung: ein Lieferwagen im Mini-Format eben. Das witzige Türenkonzept hilft beim Beladen, schränkt allerdings den Blick nach hinten ein. Ob nun Vor- oder Nachteile überwiegen, ist Geschmackssache. Ein Alleinstellungsmerkmal mögen die Türen allemal sein: Das hilft dem Image des Individualisten im großen Teich der vielen Einheitsmodelle.

So wirkt der Clubman im Straßenbild auch wie ein bunter Farbtupfer. Auch im Innenraum zieht sich das Konzept durch. Im Mittelpunkt steht die Mittelkonsole mit einem großen Rundinstrument, das den bis zu 8,8 Zoll großen Touchscreen beheimatet. Konnektivität zählt zu den Kundenbedürfnissen, denen Mini mit der Neuauflage gerecht werden will. Bei Infotainment und Unterhaltung gibt es keine Sonderrolle, höchstens eine Führungsrolle: Mini hat den Clubman zukunftsfit gemacht.

Qualitätsoffensive

Als Premiummarke im Kleinformat haben die Briten in früheren Jahren bei Verarbeitung und Materialauswahl durchaus Schwächen erkennen lassen. Auch in diesem Punkt hat die BMW-Tochter nachgelegt. Der Innenraum wurde gründlich aufgewertet und erfüllt jetzt jene Standards, die in diesem Segment auch erwartet werden dürfen. Denn Billigheimer ist der Clubman keiner. Die Topversion gibt es nicht unter 48.100 Euro.

Mit 75 zusätzlichen PS ist die Topversion des Clubman eine echte Fahrmaschine mit Guter-Laune-Garantie.

Seine beiden Hecktüren machen den Clubman zum Unikat.
Seine beiden Hecktüren machen den Clubman zum Unikat.
Mini hat den Innenraum den Clubman ordentlich aufgewertet.
Mini hat den Innenraum den Clubman ordentlich aufgewertet.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 2-Liter Turbobenziner mit 306 PS, 450 Nm, Allradantrieb, 8-Gang Steptronic

Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 4,9 Sek; Spitze 250 km/h, Verbrauch 7,4 l (Test 8,8 Liter)

Preis ab 48.100 Euro; Testwagen: 61.591 Euro