Hüttenhock mit Folgen für Daniela und Christoph Huber

Wie die Geschwister Daniela und Christoph Huber aus Dornbirn bei einem Hilfsprojekt landeten.
Dornbirn Es sollte nur ein gemütlicher Hüttenhock mit Kolleginnen und Kollegen der Bergrettung Egg werden. Doch am Ende des Tages steckten Daniela (28) und Christoph (20) Huber mittendrin in einem Hilfsprojekt, das die Geschwister aus Dornbirn unlängst nach Albanien führte. Im Rahmen der Privatinitiative „Zukunft Albanien“ packten die jungen Leute bei der Renovierung eines desolaten Mehrfamilienhauses an. Da beide ein Händchen für Holz haben, wurden Daniela und Christoph mit der Erneuerung des Dachstuhls betraut. Nach zehn Tagen harter Arbeit war es geschafft und die Freude darüber entsprechend groß. Die Architektin und der Zimmergeselle beschreiben ihren Einsatz als tolle Erfahrung und würden „in diesem Team“ jederzeit wieder mitspielen.

Gefragter Expertenrat
Martin Meusburger, der schon länger für die Initiative arbeitet, brachte die Sache ins Rollen. „Er hat uns gefragt, wie sie am besten bei der Erneuerung des Dachstuhls vorgehen sollen, weil sie noch nie ein so großes Projekt hatten“, erzählt Daniela Huber. Expertenrat kam da sehr gelegen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs meinte Daniela, sie könnte ja mitgehen und den Bruder gleich mitnehmen. Der ließ sich tatsächlich nicht lange bitten. In Bushat erwartete die Helfer ein tragisches Schicksal: eine alleinerziehende Mutter mit fünf Kindern, der Vater im vergangenen Jahr verstorben, zwei Zimmer für sieben Personen, Betonboden, kein Wasser im Haus, zugige Fenster und Türen, kein Tisch und keine Stühle, offenes Feuer in einem Raum als einzige Heizungsmöglichkeit, elektrische Anschlüsse ohne jegliche Absicherung.

Aufgeräumt und fertig
Die extreme Armut erschütterte Daniela und Christoph, motivierte sie aber gleichzeitig, anzupacken. Im Verbund mit den anderen Helfern werkelten sie, bis der Dachstuhl stand. „Freizeit gab es keine“, bemerkt Christoph. Doch letztlich zählte für alle das Ergebnis, und das fiel gut aus. „Jeder hat auf seine Weise hart für das Ziel gearbeitet“, berichtet Daniela. Das beflügelte alle in der Gruppe. Bei Schlechtwetter flogen im Inneren des Hauses die Späne. So bekam etwa der Wohnbereich zusätzlich eine Täferdecke, der Kamin wurde erneuert und der Toilettenbereich saniert. „Wir Handwerker haben uns gut ergänzt“, bilanzieren die Geschwister zufrieden. Bei der Abfahrt konnte eine aufgeräumte und fertige Baustelle zurückgelassen werden. Allen in Erinnerung bleibt der Satz einer Bewohnerin, die unter Tränen sagte, dies sei der schönste Tag in ihrem Leben.

Mit den Händen arbeiten
Daniela und Christoph Huber sind mittlerweile wieder im heimatlichen Alltag angekommen, wobei Christoph diesem für eine Zeit lang den Rücken kehrt. Der Absolvent der Werkraumschule Bregenzerwald ist mit dem Campingbus in Schweden unterwegs. Drei Monate möchte er das Land im Norden erkunden. Seine Schwester ist an ihren Arbeitsplatz in einem Holzbaubetrieb in Alberschwende zurückgekehrt. Daniela Huber studierte zwar Architektur, doch es erfüllte sie nicht, Baustellen zu besichtigen, wie sie bei Praktika feststellte. „Ich wollte mit den Händen arbeiten“, sagt sie. Das tut die Frau mit dem Master in Holzbaukultur seit vier Jahren und würde mit nichts mehr tauschen wollen.

Zur Person
Daniela Huber
Alter: 28
Werdegang: Architekturstudium, aktuell Zimmerin
Wohnort: Dornbirn
Familie: Partnerschaft
Hobbys: Berge, engagiert sich bei Bergrettung und Rotem Kreuz

Zur Person
Christoph Huber
Alter: 20
Werdegang: Werkraumraumschule, Zimmererlehre, Zimmerergeselle
Wohnort: Dornbirn
Hobbys: Wandern, Reisen


