Eine Meisterin der Kommunikation

02.02.2026 • 16:00 Uhr
photo_2024-01-09 15.46.35.jpeg
Die gebürtige Deutsche hat sich auf Anhieb ins Montafon verliebt.

Beate Waltrup (67) ist Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation. Diese Art von wertschätzender Kommunikation verbindet Menschen, weil aufs Recht-haben-Wollen verzichtet wird.

Tschagguns Beate Waltrups Kindheit in Düsseldorf war durchwachsen. Ihre Eltern stritten häufig. “Meine Oma rettete mir das Leben. Ich war oft bei ihr. Sie war eine sehr warmherzige Frau, bei ihr genoss ich das Leben. Wir kuschelten zusammen auf der Couch und sahen uns alte Filme an.” Auch später war die Großmutter eine wichtige Bezugsperson für Beate, die mit 24 Jahren eine Tochter bekam. “Oma hat mir oft aufs Kind geschaut.”

Zunächst absolvierte Beate ein Studium für das Lehramt. “Ich habe Germanistik und Biologie studiert.” Zwischen dem ersten und zweiten Staatsexamen überbrückte sie eine Wartezeit mit einer zweijährigen Ausbildung im Bereich IT und Betriebswirtschaft. “Nach dem zweiten Staatsexamen bot man mir eine Anstellung in der Industrie an.” Was kurz gedacht war, währte 20 Jahre.

01_beate_waltrup_gewaltfreie_kommunikation.jpg
Beate Waltrup ist auch als Coach sehr gefragt.

Zunächst arbeitete die ausgebildete Lehrerin in einer Maschinenbaufabrik im Münsterland, wo sie für die Bereiche IT und Organisationsentwicklung zuständig war. 1999 ging sie nach Hamburg, eine Mess- und Regeltechnikfirma hatte sie abgeworben. Dort leitete sie das Qualitätsmanagement. “Meine Arbeit war wirksam. Aber manchmal war es anstrengend. Denn es war nicht immer einfach, sich als Frau in einem männerdominierten Bereich durchzusetzen.”

Ihre berufliche Laufbahn nahm eine entscheidende Wendung, als sie ein Buch über den Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall B. Rosenberg, in die Hände bekam. Das Buch faszinierte sie auf Anhieb. “Ich merkte, dass wir viel Gewalt in unserer Sprache haben. Das macht es schwierig, mit anderen Menschen in Verbindung zu kommen.” Beate besuchte einen Vortrag von Rosenberg und lernte den amerikanischen Psychologen persönlich kennen. Sie war so begeistert, dass sie beschloss, bei ihm eine mehrjährige Ausbildung zur zertifizierten Trainerin in Gewaltfreier Kommunikation zu machen.

20241020_163134.jpg
Die Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation bei einem ihrer Seminare.

“Mein erstes Seminar gab ich im Jahr 2007.” Zwei Jahre später machte sie sich als Trainerin selbständig. “Es brauchte Mut, meinen Job zu kündigen. Aber ich habe es nie bereut. Die Arbeit macht mir viel Freude. Ich kann die Menschen dabei unterstützen, einen Weg einzuschlagen, der frei von Streit und Stress ist.” Laut Beate verbindet Gewaltfreie Kommunikation Menschen, weil aufs Recht-haben-Wollen und (Ver-)Urteilen verzichtet wird. Das helfe in Partnerschaften, in der Familie und im Beruf. “Diese Art von wertschätzender Kommunikation hat auch in mein eigenes Leben Lebensfreude und Gelassenheit gebracht.”

Beate gab schon viele Seminare, vor allem in Deutschland. “Ich bin 25.000 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland gefahren und von einem Hotel ins andere gegangen. Das war unglaublich anstrengend.” Inzwischen hat die 67-Jährige ihr Arbeitspensum heruntergeschraubt. Heute findet sie mit 40 Seminartagen im Jahr ihr Auslangen. “Seit der Coronapandemie biete ich die meisten Kurse online an. Das ermöglicht es mir, in Tschagguns zu sein. Ich habe mir hier eine Wohnung gemietet.”

Beate_Winnie.jpeg
Beate Waltrup hat sich vor Kurzem einen Hund angeschafft. Winnie wirbelt ihr Leben auf.

Sie erzählt, wie es sie vor drei Jahren ins Montafon verschlagen hat. “Bei einer Weiterbildungsveranstaltung in Süddeutschland lernte ich eine Schrunserin kennen. Sie schwärmte von Berlin und ich von den Bergen. Wir kamen überein, dass wir für einen Monat einen Wohnungstausch machen.” Im Montafon fühlte sich Beate auf Anhieb wohl. “Ich habe mich schockverliebt in die Region. Die Natur ist wunderschön. Und die Menschen hier sind viel entspannter als jene in den deutschen Großstädten.” Deshalb verbringt die Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation heute viel Zeit in Vorarlberg. Im Sommer bietet sie im Kloster Mariahilf in St. Gallenkirch mit der Sommerakademie ein Präsenzseminar an, vom 22. bis 29. August 2026.

Beate Waltrup

geboren 27. September 1958 in Düsseldorf

Wohnort Tschagguns/Berlin

Familie geschieden, eine Tochter, eine Enkelin

Hobbys Wandern, Sauna, Lesen, Persönlichkeitsentwicklung

Kontakt und Infos: beate@waltrup.com oder waltrup.com