Land der Schnellfahrer und Kfz-Beschlagnahmen

Vorarlberg liegt bei der Zahl von der Polizei „einkassierten“ Raser-Autos bundesweit an fünfter Stelle.
Schwarzach Rund 22 Millionen Geschwindigkeitsmessungen in ganz Österreich hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Jahr 2025 durchgeführt. Die Seitenradargeräte des KfV dienen nur der Verkehrssicherheitsforschung und nicht der Bestrafung, bergen aber brisante Daten. Bei diesen Messungen zeigte sich abseits der sicherlich höheren Dunkelziffer: Allein im Vorjahr fuhren in Österreich 4900 Pkw um mehr als 50 km/h zu schnell – zum Beispiel mehr als 100 km/h im Ortsgebiet, statt 50 km/h – oder mehr als 150 km/h im Freiland, statt 100 km/h. Das KfV warnt: Die Zeitersparnis beim Rasen ist gering, das Risiko für schwere Unfälle enorm.
Todesrisiko Gaspedal
Zu hohes Tempo erhöht nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch das Risiko, im Falle eines Unfalls getötet zu werden. Mehr als 25 Prozent der 397 Verkehrstoten in Österreich im Jahr 2025 sind laut vorläufigen Daten auf „nicht angepasste Geschwindigkeit“ als Hauptunfallursache zurückzuführen. In Vorarlberg kam es laut KfV-Statistik im Zeitraum von 2022 bis 2024 wegen dezidiert nicht angepasster Geschwindigkeit zu 181 Unfällen mit 227 Verletzten und zwei Todesopfern. Um das Verkehrsgeschehen laufend zu analysieren und daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten, misst das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) bereits seit 1994 die Geschwindigkeiten von Fahrzeugen mittels eigener Seitenradargeräte – unabhängig von den umfangreichen behördlichen Überwachungsmaßnahmen.
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In Vorarlberg kam es von 1. März 2024 bis Ende 2025 zu insgesamt 43 Beschlagnahmen von Raser-Fahrzeugen. Damit liegt Vorarlberg im Bundesländervergleich an fünfter Stelle.
“Speedy Gonzales” auf der S16
Für Schlagzeilen sorgte diesbezüglich im September 2024 ein mexikanischer Staatsbürger, der den Namen „Arlbergschnellstraße“ (S16) wohl etwas zu wörtlich nahm. “Speedy Gonzales” war dort mit einem Ferrari „SF 90 Stradale“ (ein Modell, das mit 1000 PS als der bisher schnellste Ferrari aller Zeiten gilt) bei einem Tempolimit von 80 km/h mit 165 Sachen unterwegs. Beamte der Autobahnpolizei Bludenz zogen den Supersportwagen sogleich aus dem Verkehr und beschlagnahmten ihn.