Ruf nach mehr Sprachförderung

Volksschüler liegen bei einem bundesweiten Test im hinteren Feld. Laut Pflichtschullehrervertreter fehlt Personal für Sprachförderung.
Schwarzach Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler in Vorarlbergs Volksschulen haben sich zwar verbessert, dennoch besteht weiterhin Aufholbedarf. Das zeigt ein bundesweiter Kompetenztest des Bildungsministeriums, über den die VN berichteten. Im Rechnen und Lesen landeten die Kinder im Bundesvergleich auf dem vorletzten Platz – nur Wien schnitt schlechter ab. Pflichtschullehrervertreter Alexander Frick betont, dass vor allem Personal für die Sprachförderung fehle.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.
Denn es erreichten zwar 81 Prozent der Volksschüler und -schülerinnen die Bildungsstandards bei Mathematik. Bei Deutsch waren es allerdings nur noch 55 Prozent, bei weiteren 28 Prozent wurden die Standards “teilweise erreicht”. Basis der Auswertung ist die “Individuelle Kompetenzmessung Plus”, kurz iKM+. Dafür werden Ergebnisse der Kinder der vierten Schulstufe untersucht. “Vorarlbergs Ergebnisse in der iKM+-Testung sind Ausdruck von wachsender Heterogenität, steigenden sozialen Herausforderungen und zu wenig Ressourcen für sprachliche Frühförderung”, sagt Frick. Er ergänzt: “Es gibt nicht genug Personal, gerade bei steigenden Anforderungen in der Sprachförderung.”

An vielen Schulstandorten sei die personelle Situation herausfordernd, berichtet der Lehrervertreter. Deutschförderklassen benötigten zusätzliche qualifizierte Lehrpersonen mit Ausbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ). “Die Schulen bemühen sich, eine bestmögliche Förderung zu organisieren. Was die Schulen brauchen, sind zusätzliche ausgebildete DaZ-Lehrpersonen.” Nur so sei eine intensivere Förderung in kleineren Gruppen möglich.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Heterogene Klassen
Frick berichtet auch aus dem Schulalltag: Viele Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen in die Volksschule. “Das Spektrum ist sehr groß.” Lehrpersonen unterrichten daher in sehr heterogenen Klassen und müssen Fördermaßnahmen auf unterschiedlichen Sprachniveaus planen. Neben dem Unterricht fallen zudem organisatorische Aufgaben und Diagnostik an. “Durch den Lehrermangel bleibt oft die ganze Arbeit an einer Lehrperson hängen.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.
Frühe Förderung, ganztägige Schulformen
Wichtig sei eine frühzeitige Sprachförderung, idealerweise bereits im Kindergarten – durch das verpflichtende zweite Kindergartenjahr und mit Sprachförderung durch ausgebildetes Personal. Auch ganztägige Schulformen könnten einen wichtigen Beitrag leisten. Dadurch könne durch optimale Förderung aller Kinder Chancengerechtigkeit verbessert werden. “Durch eine optimale Durchmischung in einer ganztägigen Schulform lernen die Kinder auch im Freizeitteil, zum Beispiel beim Knüpfen von sozialen Kontakten.” Voraussetzung dafür seien jedoch ausreichende personelle Ressourcen.