“Himmel über Berlin” als Oper

Das poetische Meisterwerk von Wim Wenders wird 2028 in Dortmund auf die Bühne gebracht.
Dortmund Mit „Der Himmel über Berlin“ schuf Wim Wenders 1987 einen der poetischsten und melancholischsten Filme des europäischen Kinos. Nun wird das vielfach ausgezeichnete Werk zur Oper: Die Oper Dortmund bringt den Stoff als Musiktheater auf die Bühne. Die Uraufführung ist für den 14. Mai 2028 geplant. Opernstar Rolando Villazón soll dabei eine zentrale Partie übernehmen und ein hochkarätiges Ensemble anführen. Für die musikalische Umsetzung wurde die international renommierte australische Komponistin Elena Kats-Chernin verpflichtet, deren Werke weltweit aufgeführt werden. Das Libretto schreibt Regisseur und Autor Martin G. Berger, der zugleich die Inszenierung übernehmen wird.
Peter Falk, Bruno Ganz und Otto Sander
Wenders’ Film erzählt die Geschichte der beiden Engel Damiel und Cassiel, die unsichtbar durch das damals noch geteilte Berlin wandern, den Gedanken der Menschen lauschen und ihnen Trost spenden, ohne selbst am Leben teilnehmen zu können. Während Cassiel distanzierter Beobachter bleibt, wächst in Damiel die Sehnsucht nach menschlicher Erfahrung – nach Liebe, Schmerz, Berührung und Vergänglichkeit. Im Zentrum steht seine Begegnung mit der Trapezkünstlerin Marion, durch die er sich entscheidet, seine Unsterblichkeit aufzugeben und Mensch zu werden. Der Film wurde nicht zuletzt wegen seiner eindringlichen Bildsprache berühmt. Die poetischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Kameramann Henri Alekan verliehen dem Werk eine traumartige Atmosphäre, die Farbsequenzen machten das Menschsein sinnlich erfahrbar. Bruno Ganz und Otto Sander prägten den Film in den Rollen der Engel ebenso wie Peter Falk als ehemaliger Engel. Literarisch wurde das Werk durch Texte von Peter Handke geprägt.
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„Der Himmel über Berlin“ wurde 1987 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet und entwickelte sich rasch zu einem Kultfilm weit über Deutschland hinaus. Besonders die Verbindung aus philosophischer Nachdenklichkeit, poetischen Dialogen und den Bildern des geteilten Berlins machte den Film zu einem Zeitdokument von außergewöhnlicher Kraft. Die Musik von Jürgen Knieper sowie Auftritte von Nick Cave and the Bad Seeds verliehen dem Werk zusätzlich eine unverwechselbare Atmosphäre zwischen Melancholie, Großstadtpoesie und existenzieller Sehnsucht.