Ferdinand Winder: Ein Mann der Tat und Landwirt aus Leidenschaft

Am 17. März verstarb nach einem schweren Arbeitsunfall Ferdinand Winder aus Dornbirn, der für seine Schaffenskraft und Hilfsbereitschaft bekannt war.
Von Kristina Becker
Dornbirn Ferde, wie er liebevoll genannt wurde, kam am 29. November 1957 als ältestes Kind von Luise und Martin Winder zur Welt. Mit seinen zwei Geschwistern Christel und Knud wuchs er in bescheidenen Verhältnissen in der Haslachgasse in Mühlebach auf. Als Kind war Ferde gerne mit seinen Freunden im Wald. Es wurden Hütten gebaut, Fleisch und Würste gegrillt und Holz für den Funken gesammelt.

Nach der Volksschulzeit machte Ferde eine Lehre als Bürokaufmann bei der Vorarlberger Verlagsanstalt. Er war und blieb aber durch und durch ein Naturmensch, der gerne draußen und praktisch tätig war. So arbeitete er während der Lehrzeit am Abend beim Sägewerk Hilbe als Säger und half dem Vater in der Landwirtschaft. Später arbeitete er bei der Firma Fußenegger als Säger und Lagerarbeiter, bis er zur Pension als Straßenmeister bei der Stadt Dornbirn tätig war.
Enge Freundschaften
Während seiner Zeit als Ministrant entwickelten sich enge Freundschaften, die über viele Jahre bestanden. Die Freundesgruppe baute Funken und Faschingswagen und organisierte Preisjassen und Faschingsbälle in Kehlegg. Auch beim Hausbau unterstützte man sich gegenseitig tatkräftig. Über zehn Jahre hinweg verbrachte man zusammen mit den jeweiligen Partnerinnen auch gemeinsame Kurzurlaube, jasste und kegelte.
1979 lernte Ferde in Alberschwende bei einem Ball Barbara kennen, und es begann eine Freundschaft. Nach zwei Jahren Stubat wurde im Juni 1981 geheiratet. Nach der Hochzeit wohnte das Paar zunächst im Lachenmahd im Elternhaus von Barbara. 1982 kam Sohn Christoph und 1983 Sohn Markus auf die Welt. Mit viel Eigenleistung baute Ferde für seine Familie in der Haslachgasse ein Haus, wo sie 1984 einziehen konnten. 1986 folgte Sohn Thomas, und 1989 komplettierte Johannes die Familie. Zum Haus wurde auch ein Stall gebaut. Damit erfüllte sich Ferde seinen Kindheitswunsch: Landwirt zu sein. Neben seiner Arbeit im Beruf wurden die Tiere versorgt, und die Landwirtschaft wuchs.
Zusammenhalt und Freude
Zusammenhalt war für Ferde wichtig, und so wurden Krankheiten und schlechte Zeiten überwunden. Sehr viel Freude brachte ihm die Geburt seiner Enkel Mathias 2004 und Laurin 2022. Mit Rat und Tat stand er seinen Kindern und Enkeln stets zur Seite, in der Landwirtschaft und beim Hausbau. Für Menschen, die Unterstützung brauchten, hatte Ferde ein großes Herz, und so zog er mit Frau und Enkelkind Matthias nach Haselstauden und übernahm die Arbeit für die Landwirtschaft in der Mühlegasse. Mit viel Freude bestellte er den Garten. Es wurde Gemüse angebaut und verarbeitet.
Ferde liebte Tiroler Knödel, Schweinsbraten und Bauernkost, die er selbst kochte. Auch die Volksmusik hatte es ihm angetan, und er mochte gern Lieder wie “Eine Herde weißer Schafe” oder “Die Schliefer vom Schwarzachtobel”. Ferde war ein Mann der Tat und liebte es, Dinge mit seinen Händen zu schaffen. Für die Kühe auf den Alpen fertigte er Lederriemen, an denen die Kuhglocken befestigt wurden. Auch baute er eigenhändig eine Steinmauer, um ein Gartenhaus im Garten aufstellen zu können. Die Fenster und Schindeln für Stall und Gartenhaus wurden mit einfachen Maschinen noch kurze Zeit vor seinem tragischen Unfall fertiggestellt.
Am 5. März wurde Ferde bei einem Arbeitsunfall am Bauch und Rücken schwerstens verletzt. Auch viele Operationen konnten ihm nicht mehr helfen, und so verstarb er am 17. März 2026 nach dem Empfang der Heiligen Sterbesakramente. Seine Familie und Freunde verabschieden ihn voll Dankbarkeit für seine Treue, Hilfsbereitschaft, Liebe und Schaffenskraft.
Begleitet durch: Willam Bestattung
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