Elsbeth Gilly: Die Berge, der Alte Rhein und Gutes aus dem Garten

20.08.2026 • 14:05 Uhr
Elsbeth Gilly aus Lustenau verstarb im 76. Lebensjahr.
Elsbeth Gilly aus Lustenau verstarb im 76. Lebensjahr.privat

Elsbeth Gilly aus Lustenau war wissbegierig, tanzfreudig, heimatverbunden und liebte die Berge.

Von Veronika Hofer

Lustenau Geboren wurde sie als Elsbeth Margrit Vetter als einziges Kind von Berta Vetter, geb. Schmid, aus Lustenau und Johann Vetter aus Berneck. Ihre Kindheit verbrachte sie in Au im St. Galler Rheintal und später in Berneck. Da ihre Mutter das Lebensmittelgeschäft ihrer Eltern übernommen hatte, zogen sie Anfang der 1960er-Jahre nach Lustenau in die Kaiser-Franz-Josef-Straße.

Elsbeth Gilly aus Lustenau verstarb am 24. Juni.
Elsbeth Gilly aus Lustenau verstarb am 24. Juni.privat

Elsbeth, damals von ihren Mitschülerinnen Lisbeth genannt, besuchte die Hauptschule in Lustenau und fand als aufgewecktes, humorvolles Mädchen bald neue Freundinnen. Sie absolvierte die Handelsschule und arbeitete fortan mit ihrer Mutter zusammen im eigenen Laden. Für die damalige Zeit war es nicht selbstverständlich, ohne einen Mann an der Spitze ein Geschäft zu leiten. Mit Fleiß, Mut und Ausdauer schafften sie es über viele Jahre und waren nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Zuhörerinnen und ein Stück Heimat im Alltag.

Elsbeth als Erstkommunikantin.
Elsbeth als Erstkommunikantin.privat

Elsbeth wollte aber auch etwas “über den Horizont hinausschauen”, sie war wissbegierig und verfolgte vielseitige Interessen. So machte sie mit 19 Jahren mit einer Freundin Urlaub auf Korsika. Dort lernte sie den aus Ungarn stammenden Jozsef Gilly kennen, der damals als Soldat im Einsatz war. Drei Jahre lang hielten Elsbeth und Jozsef ihre Liebe lebendig, was unzählige Briefe noch heute belegen. Nach dem Ende seines Dienstes entschieden sie sich für einen gemeinsamen Lebensweg in Lustenau und heirateten 1973. Zwischen 1978 und 1987 kamen ihre Kinder Alice, Marcel, Celine und Stefan zur Welt und brachten Leben ins Haus. Elsbeth war stets der ruhende Pol der Familie. Sie hatte immer ein offenes Ohr, ein gutes Wort und etwas Feines auf dem Herd. Bis zuletzt kümmerte sie sich mit Hingabe um ihre geliebte Mutter Berta. Später waren ihre sieben Enkelkinder für sie eine unerschöpfliche Quelle der Freude.

Elsbeth Gilly liebte die Berge und die Natur. Sie bestieg sogar den Piz Buin, wanderte, sammelte Pilze und Heidelbeeren und genoss die Schönheit der Landschaft. Sie nähte, filzte, kochte, turnte, badete gern im Alten Rhein und war bekannt für ihre eingemachten Köstlichkeiten aus Obst und Gemüse. Zu ihren Leidenschaften gehörte auch, Kreuzworträtsel zu lösen und spannende Tennisspiele im Fernsehen zu verfolgen. Viele Jahre kümmerte sie sich als Schriftführerin und Vorsitzende um den Absolventenverein der HAS Lustenau. Eine Zeit lang tanzte sie mit einer Frauenrunde, und zur Hochzeit ihrer älteren Tochter studierte sie sogar einen Tanz zum Mittanzen ein.

Elsbeth Gilly: Die Berge, der Alte Rhein und Gutes aus dem Garten
Das junge Paar Jozsef und Elsbeth.

Auch reiselustig war Elsbeth. Solange ihre Kinder noch klein waren, verbrachte die Familie Gilly jedes Jahr Ferien am Plattensee, und es gab auch Urlaube in Italien. Als ihre Tochter Alice in Amerika lebte, besuchten sie sie zweimal, und nach deren Übersiedlung nach Tel Aviv zog es sie auch nach Israel.

Elsbeth Gilly: Die Berge, der Alte Rhein und Gutes aus dem Garten
2023 feierten Elsbeth und Jozsef Goldene Hochzeit.

Doch nicht alles war so einfach, wie es scheint, denn Elsbeth Gilly lebte viele Jahre mit einer psychischen Erkrankung, die ihr viel Kraft abverlangte und die Einnahme starker Medikamente erforderte. Das blieb nicht ohne Folgen und zehrte an ihrem Körper. Nach kurzer, schwerer Erkrankung starb sie für ihre Familie und Freunde viel zu früh im Krankenhaus.

Elsbeth Gilly: Die Berge, der Alte Rhein und Gutes aus dem Garten
Elsbeth Gilly im Kreis ihrer Familie.

Die Familie bildete das Zentrum ihres Lebens und lag ihr stets besonders am Herzen. Umso tröstlicher ist für sie alle die Erinnerung daran, dass sie Mitte Mai aus Anlass des Muttertags mit ihr gemeinsam ein wunderbares Essen im Berghof Hohenems-Reute mit der schönen Aussicht ins Rheintal genießen konnten.

Nachrufe in den Vorarlberger Nachrichten
Möchten Sie einen Angehörigen mit einem Nachruf würdigen? Dann kontaktieren Sie uns unter nachrufe@vn.at unter dem Betreff “Nachrufe”.
Weitere Nachrufe finden Sie hier.