Dr. Reinhard Emerich: Hoch hinaus – in den Bergen und im Leben

Am 11. Mai verstarb Dr. Reinhard Emerich, der als Lehrer über Jahrzehnte viele Generationen von Schülerinnen und Schülern begleitete.
Bregenz Die Vorarlberger und Schweizer Bergwelt war seine Heimat. Dort fühlte sich Dr. Reinhard Emerich frei, dort fand er Ruhe und Kraft. Die Berge begleiteten ihn ein Leben lang. Kaum ein Gipfel, den er nicht kannte, kaum ein Gipfelkreuz, das er nicht berührt hatte. Bis zuletzt schweifte sein Blick am liebsten hinauf zu den Bergen.
Reinhard Emerich wurde am 13. Februar 1947 in Bregenz geboren. Gemeinsam mit seinen Brüdern Erich, Christoph und Nikolaus sowie seiner Schwester Eva verbrachte er eine unbeschwerte Kindheit in der Kaiserstraße. Die Geschwister wuchsen in einer Zeit auf, in der Abenteuer noch direkt vor der Haustür begannen und die Natur ihr größter Spielplatz war.
Eine oft erzählte Familiengeschichte stammt aus dieser Zeit: Als die beiden Brüder Christoph und Nikolaus nach einem sechswöchigen Aufenthalt in einem Kinderheim in der Schweiz nach Hause zurückkehrten, versprach ihnen ihre Mutter eine große Überraschung. Statt Süßigkeiten oder Spielsachen fanden sie einen Kinderwagen vor – ihr kleiner Bruder Reinhard war geboren worden.
Gründer des “Antistreberclubs”
Schon früh zeigte sich sein Wissensdurst. Nach der Volksschule Augasse besuchte er das Gymnasium Gallusstraße, wo er maturierte. Trotz seines Fleißes verlor er nie seinen Humor. Legendär war der von ihm gegründete “Antistreberclub”, in dem über Schule, Lehrer und das Leben diskutiert wurde.
Sein Weg führte ihn zunächst nach Innsbruck. Ursprünglich wollte er Medizin studieren, entschied sich jedoch bald für die Rechtswissenschaften und schloss sein Studium mit dem Doktorat ab. Danach fand er seine Berufung als Lehrer.
Bildung, Humor und Menschlichkeit
Über viele Jahrzehnte prägte er Generationen von Schülerinnen und Schülern. Sein beruflicher Weg führte ihn von der Mädchenschule Marienberg über die Schule Thalbach bis an die HLW Rankweil. Dort war er weit mehr als nur Lehrer. Mit seiner freundlichen Art, seiner Bildung, seinem Humor und seiner Menschlichkeit gewann er die Wertschätzung von Kolleginnen und Kollegen ebenso wie jene seiner Schülerinnen und Schüler.
Auch außerhalb des Berufslebens war Rick, wie ihn fast alle nannten, voller Tatendrang. Er bereiste zahlreiche Länder, doch wohin ihn seine Wege auch führten – die Berge blieben stets sein Ziel. Ob auf Skiern, mit Bergschuhen oder auf dem Fahrrad: Bewegung in der Natur bedeutete für ihn Lebensfreude.

Ebenso gerne segelte er auf dem Bodensee mit dem familieneigenen Segelboot, organisierte Aktivitäten des Freizeitvereins IGEL oder unternahm ausgedehnte Radtouren quer durch Europa. Wer ihn kannte, erinnert sich an einen Menschen, der neugierig blieb, gerne lachte und das Leben in vollen Zügen genoss.
Stolz auf drei Enkelkinder
Sein größtes Glück aber waren seine Kinder Isabel und Raphael. Mit Stolz verfolgte er ihren Lebensweg. Besonders große Freude bereiteten ihm seine Enkelkinder Emma, Thea und Luzia, denen seine ganze Zuneigung galt.

Eine schwere Erkrankung zwang ihn schließlich, seine geliebte Wohnung in Bregenz mit dem Blick auf die Vorarlberger und Schweizer Berge zu verlassen und in das Seniorenheim Weidach zu übersiedeln. Auch dort blieb seine Verbundenheit zur Bergwelt ungebrochen. Bis zuletzt suchte sein Blick die vertrauten Gipfel.
Am 11. Mai 2026 brach Dr. Reinhard Emerich zu seiner letzten Tour auf. Im Kreise seiner Familie schlief er friedlich ein. Mit ihm verliert seine Familie einen liebevollen Vater, Großvater und Bruder, seine Freunde einen treuen Weggefährten und viele ehemalige Schülerinnen und Schüler einen Lehrer, an den sie sich gerne erinnern werden.
Begleitet durch: Bestattung Reumiller
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