Walter Schwärzler: Geht nicht, gibt’s nicht!

03.11.2026 • 11:30 Uhr
Walter Schwärzler aus Lustenau war als liebevoller Vater, verlässlicher Macher und begeisterter Sportler bekannt.
Walter Schwärzler aus Lustenau war als liebevoller Vater, verlässlicher Macher und begeisterter Sportler bekannt. privat

Als Turner, Biker, Kämpfernatur, Alleskönner, aber vor allem als ein Mensch, auf den Verlass war, lebte Walter Schwärzler aus Lustenau sein Leben.

Von Ulrike Müller

Lustenau Besser als viele große Worte beschreibt Walter wohl das, was er im Leben geschaffen hat. Denn Walter selbst war auch kein Mann der großen Worte. Er war ein Mann der Taten: bescheiden, hilfsbereit, verlässlich und immer bereit anzupacken, wenn jemand Hilfe brauchte bei kleinen und großen Dingen des Alltags. Walter war ein Macher, ein Alleskönner, und wenn etwas nicht auf Anhieb funktionierte, wurde getüftelt. “Geht nicht, gibt’s nicht!” war sein Spruch.

Schlosser mit Leidenschaft

Walter wurde am 22. Mai 1965 als Erster von Zwillingen geboren – gerade einmal 15 Minuten vor seinem Bruder Georg. Gemeinsam mit seinen drei Brüdern Uli, Georg und Otto verbrachte er eine lebhafte Kindheit. Lebhaft auch darum, weil alle Schwärzler-Buben keinen Kindergarten besuchten, sondern erst mit der Volksschule die Pflichtjahre begannen. Nach Abschluss der HS Kirchdorf und des “Poly” begann er eine Lehre bei Josef Grabher (Schmiedelädili im Staldö) und lernte, was ihn sein Leben lang beruflich begleitete, nämlich den Beruf des Schlossers.

Walter Schwärzler aus Lustenau verstarb am 11. August.
Walter Schwärzler aus Lustenau verstarb am 11. August. privat

Später führte ihn sein beruflicher Weg über die Firma Ploner in Dornbirn und schließlich in die Schweiz. 1987 begann er bei Elkuch-Mobil in Berneck, wo er bis zuletzt als hervorragender Schlosser und verlässlicher Kollege geschätzt wurde.

Walter bei der Hochzeit mit seiner Andi im Mai 2008.
Walter bei der Hochzeit mit seiner Andi im Mai 2008. privat

Eine große Lücke hinterlässt Walters Tod auch in seiner Familie. Anfang der 1980er-Jahre lernte er seine spätere Frau Andrea kennen. Vor 32 Jahren kam Sohn Dominik zur Welt und machte Walter zum stolzen Vater. Er lehrte seinen Sohn das Skifahren am Damm im Rheinvorland oder übte mit ihm das Radfahren. Wenn Dominik dabei die Lust verlor und meinte: “Ich radle erst wieder, wenn ich es kann”, dann machten sie am nächsten Tag gemeinsam weiter. Er ermutigte ihn immer, weiterzumachen und dranzubleiben.

Walter lehrt seinen Sohn Domink das Radeln.
Walter lehrt seinen Sohn Dominik das Radeln. privat

Ein Leben ohne Sport war unvorstellbar

Schon in jungen Jahren war Walter beim Turnverein Widum erfolgreich aktiv. Später dann beim SC 2000, wo er 25-mal beim alljährlichen Bike-Urlaub dabei war. Seine Kondition, seine Kraft und sein Wille waren außergewöhnlich. Wenn Walter sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, zog er es durch. Seine Freunde sagten dann einfach: “As isch halt a Schwärzler.”

Walter mit der Radlertruppe beim alljährlicher Radausflug.
Walter mit der Radlertruppe beim alljährlichen Radausflug. privat

Eine ganz besondere Verbindung hatte Walter zu seinem Bruder Georg. An Sonntagen war es schon fast ein Ritual, gemeinsam das Formel-1-Rennen zu verfolgen. Auch beim Biken waren die Schwärzler-Zwillinge oft miteinander unterwegs, dabei war die Schwendealpe regelmäßig ihr Ziel. Zwischendurch wurden auch viele nicht fahrbare Wege von Walter und Georg bezwungen.

Walter und sein Zwillingsbruder Georg beim Mountainbiken.
Walter und sein Zwillingsbruder Georg beim Mountainbiken. privat

Es geht auch ohne Handy

Walter besaß zeitlebens nie ein Handy, er sagte stets: “Es geht auch ohne!” Seine Freunde und Familie erinnern sich an viele seiner Sprüche und seine ungewöhnlichen Ideen und an die Tatsache, dass er nie etwas Schlechtes über jemanden gesagt hat. Typisch für Walter war auch seine absolute Verlässlichkeit. Viele Jahre fuhr er jeden Mittag mit dem Fahrrad von Berneck nach Hause, wo er immer pünktlich um 12 Uhr ankam und ihn ein feines Mittagessen erwartete.

Mitte Juli jedoch verunfallte Walter auf dem Heimweg mit dem Fahrrad. Es folgten vier Wochen voller Hoffnung und Bangen. Alle glaubten an Walters Kämpfernatur und daran, dass er es schaffen würde. Doch am 11. August 2026 hat Walter im Kreis seiner Liebsten für immer die Augen geschlossen. Zurück bleiben bei seinen Angehörigen und Freunden unzählige Erinnerungen und die Dankbarkeit, einen Menschen wie Walter gekannt und ein Stück seines Weges begleitet zu haben.

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