Hinter den Kulissen: Heikle Fragen und Gartenzäune

Politik / 28.09.2019 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Spitzenvertreter der Landespolitik sahen sich im Montforthaus auch mit heiklen Fragen konfrontiert. VN/SAMS

VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe in Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben.

Öffis im Fokus Die Spitzenvertreter der Landesparteien, LH Markus Wallner (52, VP), Landesrat Johannes Rauch (60, Grüne), Christof Bitschi (28, FP) sowie Martin Staudinger (40, SP) und Sabine Scheffknecht (41, Neos) hatten bei einer Debatte mit 1200 Jugendlichen im Montforthaus in Feldkirch auch heikle Fragen zu beantworten. Als es nämlich um den Klimaschutz ging, sahen sich die Politiker mit der Publikumsfrage „Wer von Ihnen ist mit einem öffentlichen Verkehrsmittel angereist?“ konfrontiert. Die Regierungsmitglieder Wallner und Rauch waren „standes- und erwartungsgemäß“ mit Dienstwagen und Chauffeur nach Feldkirch gekommen. Bitschi war mit seinem VW-Diesel aus Brand angereist und Staudinger sowie Scheffknecht gaben sich als stolze Besitzer von Elektroautos.

Unruhestand Auch die Ära eines Langzeitgemeindechefs neigt sich ihrem Ende zu. Das dachte man sich bislang in Lech, wo Ludwig Muxel (64) seine fünfte Periode als Bürgermeister absolviert. Ob Muxel, der seit 1992 in Amt und Würden ist, auch für eine sechste Periode zu haben ist, galt als offen, zumal er im März 2015 im Kreis seiner Gemeindevertreter von seiner letzten Periode gesprochen haben soll. Das sich in der Folge drehende Nachfolgerkarussell, bei dem Namen wie jene von Junghotelier Johannes Pfefferkorn (37) und Hotelier Gerhard Lucian (55) aus Oberlech genannt wurden, ist offenbar wieder zum Stillstand gekommen. Muxel hat es sich inzwischen offenbar anders überlegt und soll zumindest im Kreis der Gemeinderäte bereits wieder laut über eine sechste Amtsperiode nachdenken.

Vielfältig Parteifunktionäre sind vor allem in Vorwahlzeiten als „Klinkenputzer“ und Unterstützer ihrer jeweiligen Spitzenkandidaten besonders gefordert. Bei der Vorarlberger Volkspartei sollten sie zumindest im Landtagswahlkampf darüber hinaus ihre ideologische Zugehörigkeit zur Schau tragen. Funktionären wurde jedenfalls von Parteigeschäftsführer Dietmar Wetz (52, VP) per E-Mail mitgeteilt, dass sie das von Parteichef und Landeshauptmann Markus Wallner (52, VP) ausgerufene Wahlkampfmotto „Weil’s um Vorarlberg geht“ in vielfältigster Form in der Parteizentrale kostenlos ordern können. Neben Abzugbildern fürs Autos, Schildern für den heimischen Garten („Vorgartenschild“) und Stickern für Laptop & Co. können sogar Gartenzaunplanen mit 1,5 Metern Breite bestellt werden – mit praktischen Ösen für Ungeübte zum Aufhängen, versteht sich. Ausgeliefert wird die Werbung in eigener Sache, auf der man übrigens so wie in der übrigen Wahlwerbung Wallners vergeblich die Farbe Türkis sucht, freilich erst nach der morgigen Nationalratswahl.