Erste Hochrechnung: ÖVP klar auf Platz 1, SPÖ und FPÖ verlieren

Politik / 29.09.2019 • 17:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
APA

Hochrechnung sieht ÖVP bei 37,1 Prozent. Starke Gewinne auch für Grüne.

Wien Die ÖVP hat bei der Nationalratswahl mit Rekord-Vorsprung Platz 1 erreicht. Laut einer ersten Hochrechnung der ARGE Wahlen für die APA kommt die Volkspartei auf 37,1 Prozent – vor der SPÖ, die mit 22,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundeswahl verbucht. Die FPÖ stürzt ab, die Grünen schaffen fulminant den Wiedereinzug. NEOS legt zu, JETZT scheitert hingegen klar.

Für die ÖVP bedeutet diese Hochrechnung von 17.05 Uhr (Auszählungsgrad: 45 Prozent) ein Plus von rund 5,6 Prozentpunkten (Ergebnis 2017: 31,5 Prozent). Der Vorsprung von rund 14,6 Prozentpunkten ist der größte bei einer Nationalratswahl in der zweiten Republik – 1990 lag die SPÖ mit 10,7 Prozentpunkten Abstand vor der ÖVP auf Platz 1. Die Hochrechnung beinhaltet bereits eine Wahlkartenschätzung.

Für die SPÖ bedeuten die 22,5 Prozent ein Minus von 4,4 Prozentpunkten gegenüber 2017. Damit unterschreitet die SPÖ auch den bisherigen historischen Tiefststand von 2013 (26,82 Prozent) deutlich.

Der FPÖ bescherten die Ibiza-Affäre sowie die Spesendiskussion von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache ein Minus von fast zehn Prozentpunkten und ein Ergebnis von nur mehr 16,7 Prozent. 2017 hatte die Partei noch 26 Prozent erzielt.

Souverän den Wiedereinzug geschafft haben die Grünen: Für die Öko-Partei weist die Hochrechnung ein Ergebnis von 13,1 Prozent aus. 2017 war die Partei mit 3,8 Prozent überraschend an der 4-Prozent-Hürde gescheitert und musste sich nach Jahrzehnten aus dem Nationalrat verabschieden. Mit dem heutigen Ergebnis scheint das bisherige Grüne Rekord-Ergebnis der Nationalratswahl 2013 (12,4 Prozent) übertroffen zu werden.

Einen deutlichen Zugewinn und ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Nationalratswahl konnten diesmal die NEOS verbuchen: Die Pinken legten von 5,3 Prozent auf 7,8 Prozent zu.

Klar gescheitert ist die Liste JETZT von Peter Pilz mit 1,8 Prozent. Der Ex-Grüne kommt nicht mehr ins Parlament, in das er mit seiner neu gegründeten Liste 2017 mit 4,4 Prozent eingezogen war.

Spannend bleibt die Frage der möglichen Koalitionsvarianten. Während eine Koalition zwischen ÖVP und FPÖ sowie ÖVP und SPÖ rechnerisch sicher möglich ist, könnte das Ergebnis laut den Hochrechnungen auch eine knappe Türkis-Grüne Mandatsmehrheit bringen. Klarheit darüber wird aber erst später vorliegen, so die ARGE Wahlen. Eine weitere mögliche Koalitionsvariante wäre ein Bündnis zwischen ÖVP, Grünen und NEOS.