Hinter den Kulissen: Comeback und Hausverstand

Politik / 09.11.2019 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ex-Gemeindechefin von Weiler, Mechtild Bawart, wagt sich im Vorderland abermals auf das kommunalpolitische Parkett. VN/RINKE-JAROSCH

Politik, Personen und Parteien: Die VN beleuchten in ihrer wöchentlichen Rubrik Hintergründe.

Gefragt Mit Hochspannung wird im Landhaus der Ausgang der Sondierungsgespräche zwischen Sebastian Kurz (33, VP) und Werner Kogler (57, Grüne) und ihren Mitstreitern in Wien erwartet. Sollte es nämlich zu Koalitionsverhandlungen kommen, so geht man im Büro von Landesrat Johannes Rauch (60, Grüne) bereits jetzt davon aus, dass Expertisen des Landesrats zum Thema Verkehr bei den Verhandlungen gefragt sein dürften und Kogler seinen Gesinnungsfreund an seine Seite holen wird.

Streitbar Für Gesprächsstoff im Vorderland sorgt der Comebackversuch einer Kommunalpolitikerin. Die Rede ist von Mechtild Bawart (63), die als Gemeindechefin in Weiler amtierte und bei der Gemeindewahl 2010 in der Bürgermeisterdirektwahl gegen Dietmar Summer (68) den Kürzeren zog. Bawart, die sich jahrelang für die Volkspartei ins Zeug warf und jetzt für die Neos die Werbetrommel rührt, befindet sich im Wahlkampfmodus in Richtung Bürgermeistersessel und hat Gemeindechef Summer („Mitnand für Weiler“) bereits das Angebot zur Gründung einer Einheitsliste unterbreitet, was dieser freilich ablehnte. Nun geht man davon aus, dass die streitbare Politikerin mit eigener Liste in den Gemeindewahlkampf 2020 zieht.

Status Quo Die Größe der Klubbüros von Landtagsparteien orientiert sich an Wahlergebnissen. In Vorarlberg war das bislang unkompliziert. Geht es nach FP und SP, soll es auch so bleiben. LT-Präsident Harald Sonderegger (56, VP) und LT-Direktorin Borghild Goldgruber-Reiner (50) sehen das jedoch anders. Sie wollen der SP ihren großen Sitzungsraum wegnehmen und dafür ein kleineres Zimmer der Blauen zu den Roten wandern lassen. Die FP würde diesen Raum verlieren. Sollte diese Rochade kommen, dürften hohe Kosten aufs Land zukommen: Schließlich müsste die FP ihr Büro umbauen, damit Klubdirektorin Petra Mayer (49) und Klubchef Christof Bitschi (28) samt Team Platz hätten. Die SP mit Klubdirektor Gerhard Kilga (51) bräuchte neue Möbel. Der verlorene SP-Raum wäre übrigens frei und dürfte in Absprache mit Sonderegger von allen Parteien benutzt werden. Die Krux: Es gibt bereits Sitzungsräume. Das Faktum von ins Haus stehenden Kosten und der Umstand, dass die Parteien mit dem Status quo zufrieden sind, hat mittlerweile die höchste Ebene der Landesverwaltung auf den Plan gerufen. Eine Entscheidung steht für viele freilich noch aus: Befolgt man das Gesetz auf Punkt und Beistrich, was viel Geld verschlingen und Arbeit verursachen würde, oder belässt es die LT-Direktion bei der unkomplizierten Variante und bemüht den Vorarlberger Landhausverstand.