Vierte Welle erreicht Intensivstationen

Kein Ende in Sicht: Sieben von acht Schwerstkranken im Land sind ungeimpft.
WIen Der Drei-Stufen-Plan der Bundesregierung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist noch nicht einmal in Kraft getreten, da ist schon absehbar, dass bald die zweite Stufe wirksam werden könnte: Wenn ein Wert von 300 Corona-Patienten auf den Intensivstationen in ganz Österreich erreicht ist, dürfen Nachtlokale und Großveranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze nach sieben Tagen nur noch von Geimpften und Genesenen besucht werden. Ungeimpfte haben dann keinen Zugang mehr. Auch ein PCR-Test wird ihnen nicht mehr helfen. Seit Ende August hat sich die Zahl der Intensivpatienten vom Boden- bis zum Neusiedlersee verdoppelt. Gestern handelte es sich um 188. Das Prognosekonsortium des Gesundheitsministeriums geht davon aus, dass der Anstieg weiter anhält. Am 22. September, zum Ende des jüngsten Prognosezeitraums, könnten es 281 sein. Oder mehr: Im schlimmsten Fall seien allein in Wien deutlich über 100 möglich.

Auffallend ist, dass überwiegend Ungeimpfte und zunehmend auch Menschen betroffen sind, die in dem sind, was gemeinhin als bestes Alter bezeichnet wird: Die Vorarlberger Krankenhausbetriebsgesellschaft verzeichnete gestern acht Intensivpatienten im Land. Sieben waren ungeimpft. Das entspricht einem Anteil von 87,5 Prozent. Das Durchschnittsalter aller Frauen und Männer belief sich auf 61,4 Jahre. In Wien sind die Verhältnisse nicht viel anders. Stand Dienstag waren dort 61 von 64 Intensivpatienten nicht vollständig geimpft. Ihr Anteil belief sich damit auf 95,3 Prozent. Am AKH, dem größten Spital, handelte es sich überhaupt um 100 Prozent. Fast zwei Drittel aller Intensivpatienten in der Bundeshauptstadt sind unter 60, mehr als ein Drittel sogar unter 50 Jahre alt.