Reaktorunfälle: Zivilschutz rät zur Vorbereitung für den Notfall

Politik / 03.03.2022 • 07:00 Uhr
Reaktorunfälle: Zivilschutz rät zur Vorbereitung für den Notfall
Ein Lebensmittelvorrat verhindert Hamstereinkäufe, wie zu Beginn der Covid 19-Pandemie. Leere Supermarktregale waren die Folge. Reuters/Lisi Niesner

Der Krieg in der Ukraine schürt Ängste vor einem Atomreaktorunfall. Ein Vorarlberger Zivilschutzexperte berichtet, was man für den Ernstfall haben und wissen sollte.

Schwarzach “Es ist überhaupt nicht angesagt, nun Panik zu schüren. Ich denke, es gibt prinzipiell ein Gefühl der Sicherheit, wenn man sich Gedanken über einen Ernstfall macht”, sagt Herbert Knünz. Er ist Landesgeschäftsführer des Zivilschutzverbands Vorarlberg. Zuletzt wurden rund um die Kriegshandlungen in der Ukraine alte Ängste geweckt. Das erzeugte Sorge vor Reaktorunfällen. Im Gespräch mit den VN gibt Knünz ein paar Tipps, die auch für andere Notfälle – wie etwa einen längeren Stromausfall – nützlich sind.

Notvorrat planen

“Preppen” ist angesagt. Das Wort leitet sich vom englischen “be prepared” her und bedeutet, auf eine Krisensituation vorbereitet zu sein, zumindest durch das Anlegen von Vorräten. Herbert Knünz rät, immer genug länger haltbare Nahrungsmittel und Wasser vorrätig zu haben, um den Haushalt für zwei Wochen versorgen zu können.

Zur Bevorratung gehöre auch die Hausapotheke. Knünz erwähnt in diesem Zusammenhang auch Kaliumjodid-Tabletten. Diese sind im Moment zwar vergriffen, ein Notvorrat für Kinder, Jugendliche und Schwangere ist jedoch immer vorhanden und kostenlos erhältlich, die VN berichteten.

Sirenen erkennen

Am ersten Samstag im Oktober wird österreichweit das engmaschige Sirenensystem getestet und der Bevölkerung in Erinnerung gerufen. Der Zivilschutzprobealarm beginnt mit einem dreiminütigen Dauerton der Sirene, er entspricht einem auf- und abschwellenden Ton. Bei diesem Warnton sollten die Menschen im Ernstfall ihre Radios einschalten. Bei der Probe ertönt zum Schluss die Entwarnung, ein einminütiger gleichbleibender Dauerton.

Im Ernstfall wird in den Medien übrigens auch darüber informiert, wann und in welchen Gebieten die Einnahme von Kaliumjodid-Tabletten empfohlen wird.

Wohnungen und Häuser schützen

Auch in den eigenen vier Wänden kann man sich schützen, falls es zu einem Strahlenunfall kommt. Die Schutzraumbauten, die bis in die 90er-Jahren noch vorgeschrieben waren, werden zwar seit 30 Jahren kaum noch gebaut, so Knünz. “Aber es gibt weitere Maßnahmen, die man im Falle eines Strahlenunfalls beachten kann: Fenster und Türen mit Klebeband abdichten, Klimaanlage abschalten”, sagt er.

“Grundsätzlich sollte sich jeder einmal Gedanken machen, wie er sich in bestimmten Situation verhalten würde. Etwa auch bei einem Brand in der Wohnung: habe ich meine Dokumente bei der Hand, wo komme ich unter”, sagt Knünz.