Evakuierung geplant

Politik / 29.04.2022 • 22:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Aufnahme zeigt das Stahlwerk.

Die Aufnahme zeigt das Stahlwerk.

Ukraine kündigt Einsatz in belagertem Stahlwerk in Mariupol an.

kiew, mariupol Die Ukraine hat schwere Verluste durch die russische Offensive im Osten des Landes eingeräumt. Allerdings seien sie auf russischer Seite sehr viel schwerer, sagte Präsidialberater Olexij Arestowytsch am Freitag: „Ihre Verluste sind kolossal.“ Das Stahlwerk Asowstal in der südöstlichen Hafenstadt Mariupol ist nach wie vor unter russischer Belagerung. Das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kündigte einen Einsatz an, um Zivilisten von dem Gelände zu holen.

Schwere Gefechte

Das britische Verteidigungsministerium berichtete von besonders schweren Gefechten um die Städte Lyssytschansk and Sewerodonezk im Donbass. „Die russischen Gebietsgewinne sind begrenzt und wurden unter erheblichen Kosten für die russischen Streitkräfte erzielt.“ Das russische Verteidigungsministerium gab seinerseits einen Angriff auf ukrainische Militärziele mit Marschflugkörpern von einem U-Boot im Schwarzen Meer aus bekannt.

Der russische Vorstoß konzentriert sich offenbar auf den Osten der Ukraine. Zudem blieb das große Stahlwerk Asowstal in Mariupol unter Belagerung. Das Büro des ukrainischen Präsidenten Selenskyj kündigte einen Einsatz an, um Zivilisten von dem Gelände herauszuholen. Zuvor war bei einem russischen Angriff auf die im Stahlwerk verschanzten letzten Verteidiger Mariupols das dort eingerichtete Feldlazarett unter schweren Beschuss geraten. Nach einem Bericht der „Ukrajinska Prawda“ kam mindestens ein Soldat ums Leben, rund 100 Patienten erlitten weitere Verletzungen. Nach Darstellung der Verteidiger sei das Lazarett, in dem sich rund 500 Verwundete und Ärzte aufhielten, gezielt angegriffen worden. Dem Rat der Stadt zufolge sind in Mariupol etwa 100.000 Bewohner in Lebensgefahr angesichts russischen Beschusses und mangelnder Versorgung und Hygiene. Russland hatte in der vergangenen Woche den Sieg in Mariupol ausgerufen.

Russische Behörden warfen der Ukraine unterdessen den Beschuss eines weiteren Grenzübergangs vor. Am Freitag seien russische Grenzschützer in der Ortschaft Bjelaja Berjoska aus Granatwerfern beschossen worden, teilte der Gebietsgouverneur Alexander Bogomas nach Angaben der Agentur Interfax mit. Opfer habe es nicht gegeben. Es seien aber Strom- und Wasserleitungen beschädigt worden. Auch ein Friedhof sei getroffen worden. Zuvor hatte Russland auch von ukrainischen Angriffen auf die Ortschaft Krupez berichtet.

Ein Kreuz markiert das Grab eines Zivilisten.

Ein Kreuz markiert das Grab eines Zivilisten.

Bewohner Mariupols laufen durch die Trümmer der Stadt. Reuters
Bewohner Mariupols laufen durch die Trümmer der Stadt. Reuters