Truppen abgeschnitten

Politik / 21.06.2022 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Mann fährt mit dem Fahhrad in Bakhmut in der östlichen Region Donezk an einem zerstörten Gebäude vorbei. AP
Ein Mann fährt mit dem Fahhrad in Bakhmut in der östlichen Region Donezk an einem zerstörten Gebäude vorbei. AP

Russland hat ukrainische Soldaten bei Sjewjerodonezk offenbar vom Nachschub getrennt.

kiew, moskau Die russische Armee hat nach eigenen Angaben die ukrainischen Truppen im Großraum Sjewjerodonezk – Lyssytschansk vom Nachschub getrennt. „Die Gruppierung des ukrainischen Militärs im Raum Lyssytschansk ist vom Nachschub abgeschnitten und befindet sich unter der Feuerkontrolle der russischen Streitkräfte“, teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Zuvor hatte die Ukraine erklärt, dass die Lage entlang der Front extrem schwierig sei.

Epizentrum der Kämpfe

Nach Angaben des russischen Armeesprechers Igor Konaschenkow haben die ukrainischen Kräfte in der Region hohe Verluste erlitten. Der Großraum Sjewjerodonezk – Lyssytschansk ist derzeit das Epizentrum der kriegerischen Auseinandersetzungen. Seit zwei Monaten schon versucht die russische Armee, Sjewjerodonezk einzunehmen. Trotz starker Artillerieüberlegenheit ist es den Russen bisher nicht gelungen, die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Konaschenkow erklärte zudem einen Versuch der Ukrainer, die seit Februar von Russland besetzte und strategisch wichtige Schlangeninsel zurückzuerobern, für gescheitert. Die russischen Streitkräfte hätten 13 Drohnen, vier Raketen vom Typ Totschka-U und 21 reaktive Geschoße vom Raketenwerfer Uragan abgeschossen. Unabhängig überprüfen lassen sich keine dieser Angaben.

Zuvor hatte die Ukraine aber Schwierigkeiten bei den Kämpfen im Osten des Landes eingeräumt. Der Gouverneur der Region Luhansk, Serhiy Gaidai, sagte, die Lage entlang der Front sei extrem schwierig. Russland habe einige Gebiete eingenommen und genügend Reserven für eine neue Großoffensive gesammelt. Als Reaktion auf ukrainischen Beschuss von russischen Gasförderplattformen im Schwarzen Meer griff Russland auch einen Flugplatz in der Nähe der Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa mit Raketen an. Zudem hätten die Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden 15 Haubitzen des US-Typs M-777 aufseiten der ukrainischen Armee zerstört, meldeten heimische Nachrichtenagenturen. Der Brand auf einer der von ukrainischen Raketen getroffenen Förderplattformen breitete sich unterdessen aus. „Das Feuer hat sich in der Nacht dem Bohrloch genähert“, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax die russische Senatorin Olga Kowitidi. Die sieben Vermissten würden weiter mit Flugzeugen gesucht. Drei Verletzte befinden sich in Spitälern. Am Montag waren drei Bohrinseln mit Raketen attackiert worden. Insgesamt sollen sich dort 109 Menschen befunden haben. Die ursprünglich ukrainischen Anlagen waren im März 2014 im Zuge der Annexion der Halbinsel Krim von Russland besetzt worden.

Die ukrainische Armee vermeldete unterdessen laut Nachrichtenagentur Ukrinform, dass seit Beginn des Krieges rund 34.100 russische Soldaten getötet wurden. Zudem habe man seit dem 24. Februar fast 1500 Panzer, 3606 bewaffnete Fahrzeuge, knapp 240 Artillerie-Systeme, 216 Kampf-Jets, 181 Kampfhubschrauber und 15 Kriegsschiffe zerstört beziehungsweise abgeschossen. Hinzu kommen noch mehr als 2500 andere Fahrzeuge.