“Bedrohung für die ganze Welt”

Politik / 07.09.2022 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Putin beschwor das Bild einer aufblühenden Asien-Pazifik-Region. Sputnik/AFP
Putin beschwor das Bild einer aufblühenden Asien-Pazifik-Region. Sputnik/AFP

Kremlchef Putin teilt gegen den Westen und die Sanktionen aus.

wladiwostok Mehr als sechs Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Präsident Wladimir Putin die westlichen Sanktionen gegen sein Land als „Bedrohung für die ganze Welt“ kritisiert. Unter Führung der USA sei der Westen in ein regelrechtes „Sanktionsfieber“ verfallen, sagte Putin am Mittwoch beim 7. Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik. 

Mit Abkommen unzufrieden

Die weitreichenden Strafmaßnahmen, die Amerika und Europa gegen Russland wegen des Einmarschs in die Ukraine verhängt haben, bezeichnete Putin als Zeichen bröckelnder US-Dominanz in der Welt. Diese sei zum Katalysator einer gegen Russland gerichteten „Aggression“ geworden. Unzufrieden zeigte sich der Kremlchef mit der Umsetzung des im Juli geschlossenen Abkommens über die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine. Anders als zugesichert hielten Beschränkungen für russische Exporte weiter an, sagte er.

Russland halte dem Sanktionsdruck gut stand, so Putin. Moskau behauptet immer wieder, dass westliche Staaten mehr unter den Strafmaßnahmen litten als Russland. Nicht erwähnt werden üblicherweise die massiven Probleme, mit denen sich Russlands Wirtschaft konfrontiert sieht – etwa die Abwanderung von Fachkräften oder Schwierigkeiten zum Beispiel in der Automobil- und Luftfahrtbranche. Mit Blick auf den Gasstreit mit Europa brachte Putin erneut die Möglichkeit ins Gespräch, die Pipeline Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen. Russlands Staatskonzern Gazprom hatte zuletzt die  stark gedrosselten Gaslieferungen über Nord Stream 1 ganz eingestellt – mit Verweis auf technische Probleme, die angeblich aufgrund der Sanktionen nicht zu beheben seien. Explizit zur Ukraine äußerte sich Putin erst auf Nachfrage des Moderators. Den von ihm als „militärische Spezial-Operation“ bezeichneten Krieg, der UN-Angaben zufolge bereits mehr als 5700 Zivilisten das Leben kostete, verteidigte er als angeblich notwendige Maßnahme, um Russland zu schützen. „Ich kann sagen, dass der hauptsächliche Zugewinn die Stärkung unserer Souveränität ist – und das ist ein unweigerliches Ergebnis dessen, was gerade passiert.“ Viele Experten werten das als reinen Vorwand für den brutalen russischen Angriffskrieg. Sie gehen zudem von hohen Verlusten in der russischen Armee aus.