Grüne warnen vor giftigen Stoffen im Bodensee

Sogenannte PFAS sind mittlerweile überall. Wird nichts dagegen unternommen, könnte das schwere Folgen haben, meinen die Grünen.
Bregenz Der Bodensee steht für sauberes Gewässer. „Er ist unser Trinkwasserspeicher und Heimat unzähliger Lebewesen.“ So soll es auch in Zukunft bleiben, sagen die Grünen-Parteiobleute Daniel Zadra und Eva Hammerer am Mittwoch in Bregenz. Die Gewässer gehören also geschützt, vor allem vor sogenannten PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Darunter versteht man eine Gruppe synthetischer Chemikalien, die weltweit aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisend Eigenschaften in Industrie und Haushalt eingesetzt werden. Teilweise sind sie hochgiftig und nicht abbaubar und landen über das Trinkwasser und Nahrungsmittel in unseren Körpern. Eine aktuelle Studie habe eine hohe PFAS-Konzentration in den Gewässern nachgewiesen, was Dringlichkeit für EU-weite Schutzregeln verdeutliche, so die Grünen. Die Konzentration an PFAS sei im Bodensee bereits acht Mal so hoch, wie es der von der EU vorgegebene Grenzwert vorsieht. Grund könnte der Vorfall 2020 sein, als mehrere Tonnen PFAS-haltiger Löschschaum am Schweizer Ufer in den Bodensee gelangten.
PFAS sind überall
In Vorarlberg werden seit Jahren verschiedenste Umweltproben auf PFAS untersucht. Nicht nur im Wasser, auch im Boden. PFAS kommen vor allem über Abfallbehandlungsanlagen und Abwasserreinigungsanlagen in die Umwelt. Laut Hammerer und Zadra war es daher goldrichtig, dass man im Vorarlberger Bodenschutzgesetz vorgesehen habe, Klärschlämme nicht mehr auf unsere Böden auszubringen.
EU-weite Regulierung gefordert
PFAS können zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen wie Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Unfruchtbarkeit und Krebs führen, betont die Grünen-Klubobfrau. Deswegen fordert ihre Partei die EU-weite Regulierung der gesamten Stoffgruppe. „PFAS sollen nur noch dort zum Einsatz kommen dürfen, wo sie unbedingt notwendig sind und es keine Alternativen gibt“, betont Parteiobmann Zadra, „Lebensmittelverpackungen, Kleidungsstücke und Pfannen können auch ohne krebserregende und fruchtbarkeitsschädigende Chemikalien hergestellt werden.“