Wo gibt es mehr Geld, wo weniger? Die acht großen Neuerungen für 2025

Politik / 01.01.2025 • 13:25 Uhr
Wo gibt es mehr Geld, wo weniger? Die acht großen Neuerungen für 2025
Zahnbehandlungen werden teurer, das Pflegegeld wird erhöht. Auch bei der Ausbildung von Volksschullehrerinnen und -lehrern gibt es Erleichterungen. APA

Die innenpolitische Weichenstellung erfolgte bereits: In diesen Bereichen erwarten die Österreicherinnen und Österreicher Veränderungen.

Wien Das abgelaufene Jahr brachte viel Bewegung, auch in Österreichs Innenpolitik. Im kommenden Jahr erwarten die Menschen, die in Österreich leben, sowohl Erleichterungen als auch Belastungen.

Zahnfüllungen kosten

Im Gesundheitsbereich kommen neue Belastungen hinzu. Vor allem der Zahnarztbesuch wird auch finanziell unerfreulicher. Mit 1. Jänner tritt EU-weit das Verbot des quecksilberhaltigen Amalgams für Zahnfüllungen in Kraft. Einen einigermaßen adäquaten Ersatz, der komplett von der Krankenkasse gezahlt wird, wird es bei den knapp 2800 Zahnärzten mit Kassenvertrag nicht mehr geben. Mit der Teuerung steigen auch Rezeptgebühr und Kostenanteile für Heilbehelfe. Positiv könnten sich die im Vorjahr beschlossenen zusätzlichen Gelder für die Spitäler, den Ausbau von Primärversorgungseinheiten und des Impfprogramms sowie für neue digitale Gesundheitsangebote auswirken.

Opferrechte gestärkt

Im Justizbereich bringt das Jahr 2025 vor allem Änderungen im Strafrecht. Die prominentesten Neuerungen betreffen dabei die Regelungen zur Sicherstellung von Datenträgern wie Handys oder Laptops. Diese Gegenstände müssen – von Ausnahmen abgesehen – künftig beschlagnahmt werden, dazu ist anders als bisher eine gerichtliche Bewilligung nötig. Neue Vorgaben gibt es auch für die Auswertung der darauf enthaltenen Daten. Darüber hinaus werden die Rechte Beschuldigter ausgeweitet.

Kürzere Ausbildungszeit

Volksschullehrer sollen ab Herbst 2025 wieder eine praxisnähere Ausbildung bekommen. Angekündigt sind u.a. mehr Vorbereitung auf Elternarbeit, den Umgang mit Gewalt und mehr Praxis. Künftig besteht das Studium außerdem aus drei Jahren Bachelor- und zwei Jahren Masterstudium (bisher 4 Jahre Bachelor und ein Jahr Master). Die Lehrerausbildung für die Sekundarstufe (v.a. Mittelschule, AHS, BMHS) wird erst 2026/27 auf diese neue Struktur umgestellt, sie wird damit um ein Jahr verkürzt.

Im Mai stehen außerdem wieder die alle zwei Jahre stattfindende Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) an.

Pensionen erhöht

Senioren können sich 2025 auf eine um 4,6 Prozent erhöhte Pension freuen. Weniger wird das Plus nur bei jenen mit einem Bezug von 6060 Euro oder mehr. Sie erhalten einen Fixbetrag von 276,76 Euro. Der Ausgleichszulagenrichtsatz für Mindestpensionen wird auf 1273,99 Euro monatlich erhöht. Weiter ausgesetzt ist die Aliquotierung. Das heißt, jeder, der 2024 wann auch immer in den Ruhestand getreten ist, erhält das volle Plus. Wieder um ein halbes Jahr angehoben wird das Frauenpensionsalter. Es liegt nun bei 61 Jahren.

Sozialhilfe erhöht

Die Sozial- und Familienleistungen steigen um 4,6 Prozent. Betroffen von dieser automatischen Inflationsanpassung sind die Familienbeihilfe, der Kinderabsetzbetrag und der Mehrkindzuschlag, ebenso das Kinderbetreuungsgeld und der Familienzeitbonus. Ebenso angepasst werden Kranken-, Rehabilitations- und Wiedereingliederungsgeld, Umschulungsgeld, Studienbeihilfe und Schülerbeihilfe.

Mehr Barrierefreiheit

Für Menschen mit Behinderungen bringt das Jahr einige Neuerungen. Ab Jahresmitte muss bei diversen elektronischen Artikeln und Angeboten eine bessere Barrierefreiheit sichergestellt sein. Bereits ab Jahresanfang sind größere Unternehmen verpflichtet, einen “Barrierefreiheitsbeauftragten” zu installieren. Darüber hinaus sollen die ersten Pilotprojekte “Lohn statt Taschengeld” starten.

Pflegegeld wird erhöht

Das Pflegegeld wird mit Jahreswechsel neuerlich routinegemäß erhöht – und zwar wie schon seit 2020 um den sogenannten “Anpassungsfaktor”. Für 2024 bedeutet das eine Steigerung um 4,6 Prozent – analog zu den Pensionen und sonstigen Familien- und Sozialleistungen. Auch der Bonus für pflegende Angehörige wird angepasst, er beträgt ab 2025 monatlich 130,80 statt bisher 125 Euro.

Neue Geringfügigkeitsgrenze

Erstmals wird die Zuverdienstgrenze für Studierende am Jahresbeginn an die Inflation angepasst – 17.212 Euro können sie künftig pro Jahr verdienen, ohne den Anspruch auf die Familienbeihilfe zu verlieren. Die Geringfügigkeitsgrenze liegt ab Jänner bei 551,10 Euro im Monat.