“Nicht zu akzeptieren” – Aufregung um ausländische Subunternehmer

Politik / 14.01.2026 • 11:20 Uhr
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Im Baugewerbe setzt man oft auf Subunternehmer und Partnerbetriebe. Manche von diesen haben längere Arbeitswege als andere. VN

In der Photovoltaikbranche spricht man von einer Wettbewerbsverzerrung auf Kosten der heimischen Betriebe. Von einem indirekten Landesbetrieb würde man anderes erwarten. Die Doma hält dagegen.

Schwarzach Beim Fußballplatz Dornbirn Haselstauden steht ein Auto eines Photovoltaik-Betriebs. Auf der Seite prangt groß das Logo der Doma VKW, deren Partnerbetrieb man sei. Das restliche Fahrzeug, von der Beschriftung bis zum Kennzeichen, ist slowenisch, die Aufregung ist groß.

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Der Vorarlberger Energieversorger setzt bei der Photovoltaik auch auf ausländische Unterstützung.VN/Leserfoto

Wettbewerbsverzerrung

Seit 2019 stellen sich die illwerke vkw breiter auf, um für die Energiezukunft gewappnet zu sein. 2021 genehmigte die Kartellbehörde den Einstieg des Vorarlberger Energieanbieters in die Doma und damit in das Photovoltaikgeschäft (PV). Die Beteiligung beträgt 49 Prozent. Der Widerstand aus der Branche war damals schon laut, der landeseigene Energieversorger greife auf unfaire Wettbewerbsmethoden zurück und missbrauche seine Marktstellung. Schließlich sei er einerseits mit dem einen Unternehmensteil faktischer Netzmonopolist und andererseits durch die Beteiligung bei Doma aktiver Marktteilnehmer.

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Bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg spricht man auch heute offen von einer problematischen strukturellen Wettbewerbsverzerrung. “Die Wirtschaftskammer lehnt dieses Verhalten des Landesenergieversorgers klar ab, zumal uns weiterhin laufend Fälle gemeldet werden, in denen Tochterfirmen der illwerke vkw mit sehr aggressiver Preisgestaltung und teilweise unter Ausnutzung der Marktposition der Mutterfirma auftreten.” Direkter formuliert es Andreas Müller von Hansesun: “Bei gewerblichen Großanlagen hat kein Anbieter im Land Chancen gegen die Dumpingpreise von Doma VKW. Sie sind nur möglich, weil hier ausländische Subunternehmer zu Niedriglöhnen einen großen Teil der Arbeit übernehmen.”

Ausländische Hilfe die große Ausnahme

“Der Anteil ausländischer Subunternehmen an der Auftragsabwicklung bewegt sich im niedrigen einstelligen Bereich”, verteidigt Geschäftsführer Helmut Burtscher das Geschäftsgebaren. 2025 habe man 21 Subunternehmer beschäftigt, davon seien 19 aus Vorarlberg und einer aus Deutschland gewesen. Der größte Auftrag ging vergangenes Jahr an ein Dornbirner Subunternehmen, der Partner aus Slowenien sei auch für andere PV-Firmen in Vorarlberg tätig. Das Gros der Aufträge erledige man mit eigenen Teams. Auf Subunternehmer von außerhalb greife man meist erst dann zurück, wenn es bei den Vorarlberger Partnern Kapazitätsengpässe gebe.

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Subunternehmer seien im Baugewerbe nicht unüblich, in diesem Fall etwa im Bereich der Montage bei Großprojekten. “Es ist ein Geschäftsfeld mit einer hohen Saisonalität, mit kurzfristigen Spitzen und einer extrem schnell gewachsenen Nachfrage. Das massive Wachstum der Photovoltaik in Vorarlberg hat die Branche an ihre Kapazitätsgrenze gebracht”, erinnert Butscher. So habe sich der jährliche Ausbau in der Photovoltaik allein 2020 bis 2023 versechsfacht. “Ohne externe Fachkräfteunterstützung wäre die Branche gar nicht in der Lage gewesen, den Bedarf zu decken.” Für 2026 erwarte man eine Marktberuhigung – weshalb man auch seltener auf externe Hilfe zurückgreifen müssen werde.

“Nicht zu akzeptieren”

Angesichts der Besitzverhältnisse der Doma stößt das Gebaren jedoch sauer auf: “Der Einsatz von Subunternehmern ist unter Einhaltung aller arbeits-, sozial- und kollektivvertraglichen Vorgaben rechtlich natürlich zulässig, ausgerechnet vom landeseigenen Monopolisten aber trotzdem nicht zu akzeptieren”, nimmt die Wirtschaftskammer angesichts der VN-Anfrage die illwerke vkw in die Verantwortung.

"Nicht zu akzeptieren" – Aufregung um ausländische Subunternehmer
Andreas Müller sieht keinen fairen Wettbewerb bei Großanlagen im Land. VN

Schließlich sind die illwerke vkw faktisch ein Landesbetrieb, das Land ist alleiniger Aktionär des Energieversorgers. “Es ist unverständlich, dass ein landeseigenes Unternehmen mit völlig anderem Kernauftrag Vorarlberger Betriebe auf diese Weise aus dem Markt drängt. Ein fairer Wettbewerb ist so nicht möglich”, klagt Müller.

Erwartungen an das Land

Zahlreiche Gespräche der Kammer mit der illwerke vkw hätten bislang keine zufriedenstellende Verhaltensänderung gebracht. Auch die Wirtschaftskammer hat klare Wünsche: “Auch das Land Vorarlberg, als Eigentümerin der illwerke vkw, sollte auf das Unternehmen einwirken, diese Geschäftsstrategie zu überdenken und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren – im Interesse der regionalen Handwerksbetriebe und eines fairen Wettbewerbs in Vorarlberg.”