AKS muss mit 700.000 Euro weniger auskommen: “Werden heuer sicherlich ein negatives Ergebnis einfahren”

Politik / 18.02.2026 • 15:31 Uhr
AKS muss mit 700.000 Euro weniger auskommen: "Werden heuer sicherlich ein negatives Ergebnis einfahren"
Der Standort in Lustenau musste im Vorjahr geschlossen werden. VN

AKS musste in zwei Jahren schon fast zwei Millionen Euro sparen. Es könnte noch mehr werden.

Schwarzach Neues Jahr, gleiche Situation: Dem Landesbudget fehlt Geld, den Gemeindebudgets sowieso. Also wird im gemeinsam finanzierten Sozialfonds gespart – was wiederum die Sozialinstitutionen des Landes finanziell spüren. Etwa der AKS. Diese Institution betrifft es besonders: Bereits im Vorjahr musste sie 1,2 Millionen Euro einsparen, heuer sind es weitere 700.000 Euro. Und kommendes Jahr droht das nächste Ungemach. Gleichzeitig macht eine hohe Pensionszahlung an den ehemaligen Geschäftsführer die Runde.

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Jede Sparrunde hat ihren eigenen Ursprung. Die erste betraf unmittelbar verschiedene Leistungen, erinnert Geschäftsführer Martin Berthold. „Im vergangenen Jahr mussten wir Leistungen kürzen, weil das Land weniger Therapiestunden beauftragt hat.“ Insgesamt ging es um 1,2 Millionen Euro. Kaum hatte der AKS diese Kürzung verkraftet, folgte die nächste Nachricht: Die Landesregierung senkte die Tarife für ambulante Leistungen. Das bedeutet, dass das Land zwar denselben Leistungsumfang beauftragt, pro Stunde jedoch weniger bezahlt. „Dafür benötigen wir aber weiterhin alle Therapeutinnen. Wir können also nur bei den Strukturen und in der Verwaltung sparen“, sagt Berthold. Das mache heuer 730.000 Euro aus.

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„Wir brauchen alle Therapeutinnen wie bisher, bekommen aber weniger Geld für Ausgaben für die Räume, Therapiematerial und andere Kosten im Umfeld“, ergänzt der Geschäftsführer. Einsparungen in diesen Bereichen stellen den AKS vor große Herausforderungen. „Wir werden offene Stellen in der Verwaltung vorerst nicht nachbesetzen. Außerdem prüfen wir unsere Arbeitsprozesse und überlegen, wo wir digitalisieren können.“ Derzeit beschäftigt der AKS rund 310 Mitarbeiterinnen in etwas mehr als 200 Vollzeitstellen.

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Zudem steht die Organisationsstruktur auf dem Prüfstand. „Wir sprechen hier ausschließlich von langfristigen Effekten. Die Einsparungen treffen uns jedoch kurzfristig. Wir werden heuer mit Sicherheit ein negatives Ergebnis ausweisen, weil sich diese Kürzungen in so kurzer Zeit nicht umsetzen lassen.“ Auch Standortzusammenlegungen werden diskutiert, bringen laut Berthold jedoch wenig. „Wir brauchen die Räume, die Therapieleistungen bleiben gleich.“ Stattdessen setzt der AKS auf einen anderen Ansatz: Dienstleistungen sollen gebündelt werden, um Kapazitäten freizuspielen. Mit diesen Ressourcen will die Einrichtung neue Leistungen am freien Markt anbieten und damit zusätzliche Einnahmen erzielen.

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Indes könnte eine weitere Sparrunde folgen. Die Landesregierung verhandelt derzeit mit den Sozialinstitutionen über die Tarife für stationäre Leistungen, die bislang unangetastet geblieben sind. Auch der AKS wäre betroffen: In Langenegg betreibt er ein Wohnheim, dazu kommen Wohngemeinschaften in Hard und Bludenz. „Und die Frage ist auch, was mit den Tageszentren in der Sozialpsychiatrie passiert“, sagt Martin Berthold. „Wahrscheinlich wird auch hier etwas auf uns zukommen.“

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Nicht nur die Sparmaßnahmen sorgten beim AKS für ein turbulentes Jahr. Im Herbst musste Georg Posch seinen Posten als Geschäftsführer räumen, Martin Berthold folgte ihm nach. Intern löste der abrupte Wechsel Unruhe aus, ebenso eine zusätzliche Pensionsvorsorge für Posch trotz des Spardrucks. Diese sieht eine monatliche Prämie von 1300 Euro über zwölf Jahre sowie ein garantiertes Ablösekapital von 175.000 Euro vor. Berthold will sich dazu nicht äußern. „Das ist eine dienstrechtliche Angelegenheit. Wir sprechen hier über Gehaltsbestandteile, die wir nicht weiter kommentieren.“ Dem Land habe man jedoch alles transparent und unter Wahrung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen offengelegt.

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