Hohenemser Ambulanz schließt in der Nacht

Politik / 13.05.2026 • 16:07 Uhr
Hohenemser Ambulanz schließt in der Nacht
In Zukunft bietet Hohenems in der Nacht keine Ambulanz mehr an.VOL/Hermann

Mitarbeiterinformation am Mittwoch: Ab Juli übernehmen Dornbirn, Bregenz und Feldkirch die Notfallversorgung.

Hohenems Während der Landtag erneut darüber diskutiert, wie es mit der Geburtenstation weitergehen soll, sitzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Landeskrankenhaus (LKH) Hohenems zusammen und erfahren die neuesten Sparvorhaben der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG). Nun trifft es die Ambulanz in Hohenems. Sie bleibt zwar täglich geöffnet – aber nur noch tagsüber. Ab 1. Juli schließt die Hohenemser Ambulanz um 21 Uhr und öffnet wieder um 7 Uhr früh. Das sei eine Entschdung der KHBG, nicht des Landes, betont die Landesrätin.

Hohenemser Ambulanz schließt in der Nacht
Auf Vorarlberg Live nahmen Martina Rüscher und Primar Michael Rohde kürzlich erneut ausführlich zu den Plänen Stellung.

In einem Newsletter der KHBG an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führt der Krankenhausbetreiber aus: “Selbstzuweiser werden in den Nachtstunden künftig in den Ambulanzen LKH Bregenz, LKH Feldkirch sowie im Krankenhaus Dornbirn versorgt. Auch Rettungsorganisationen werden über die Veränderung informiert und fahren dann direkt das jeweilige Akutkrankenhaus Bregenz, Dornbirn oder Feldkirch an – wie auch heute schon – je nach Art des Behandlungsbedarfs und der dortigen Kompetenzen.”

Im Zuge der Spitalsplanung für den Reformprozess 2030 habe man festgestellt, dass das nächtliche Patientenaufkommen in den Ambulanzen des LKH Hohenems verhältnismäßig gering sei. Durchschnittlich 6,6 Patientinnen und Patienten werden pro Nacht behandelt. “Davon sind zwei Drittel Selbstzuweiser, ein Drittel wird mit der Rettung eingeliefert. Bei 1,25 Patienten ist eine stationäre Aufnahme erforderlich”, schreibt die KHBG weiter. Im Vergleich: In Bregenz kommen pro Nacht im Durchschnitt 22 Personen in die Ambulanz.

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Die umliegenden Krankenhäuser hätten die Kapazität dazu, die zusätzlichen Patientinnen und Patienten zu versorgen. “Angesichts des hohen Kostendrucks im Gesundheitswesen sowie des zunehmenden Fachkräftemangels haben wir daher die Entscheidung getroffen, den nächtlichen Ambulanzbetrieb nicht länger aufrechtzuerhalten”, heißt es weiter. Nun werden Details geklärt, etwa Diensträder und Patientenlenkung. Hohenems bleibe aber ein zentraler Pfeiler der Spitalsversorgung in Vorarlberg.

Neos-Abgeordnete Katharina Fuchs bringt das Thema am Nachmittag schließlich in den Landtag: Die Landesregierung schiebe damit das Unvermeidliche auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten in die Zukunft – statt die nötigen tiefgreifenden Reformen durchzuführen. Die Neos plädieren erneut für zwei spezialisierte Spitäler in Vorarlberg mit Ausbau der Primärversorgungseinheiten. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) erklärt auf VN-Nachfrage am Rande der Landtagssitzung: “Das ist eine operative Entscheidung der Geschäftsführung.” Im RSG sei festgehalten, dass alle Ambulanzen 24 Stunden geöffnet haben, aber der Spitalsleitung sei darin auch ermöglicht worden, Personal effizient einzusetzen. Deshalb unterstütze man die Entscheidung der KHBG. “Die Ärzte bleiben im Krankenhaus”, betont Rüscher.