So soll es mit der Schul- und Kindergartenverpflegung weitergehen

Politik / 22.05.2026 • 16:57 Uhr
So soll es mit der Schul- und Kindergartenverpflegung weitergehen
Die Verpflegung in Kindergärten und Schulkantinen wird zur Herausforderung. Immer mehr Essen werden benötigt. VN/Stiplovsek

Dass die Aqua Mühle das Messeareal verlassen soll, hat laut Land mit dem Umbau des Messeparks zu tun. Dort sieht man es anders.

Schwarzach In Vorarlbergs Schul- und Kindergartenkantinen müssen täglich Tausende Mäuler gestopft werden. Jahr für Jahr steigt die Zahl der Essen. Einer der Hauptlieferanten ist die Aqua Mühle, die derzeit im Messeareal in Dornbirn kocht. Ende 2028 muss das Unternehmen dort allerdings ausziehen. Für den Ersatz stehen mehrere Standorte zur Diskussion. Sie müssen jedoch einige Kriterien erfüllen. Das Vorbild für die neue Küche steht in Ravensburg.

Dort bereitet die Firma Neuland täglich rund 5000 Essen zu, möglichst mit regionalen Produkten. So soll es künftig auch in Vorarlberg laufen. 5000 Essen gelten dabei als Untergrenze. Schon jetzt produziert die Aqua Mühle in Dornbirn an Spitzentagen knapp 4000 Essen. „Die Küche funktioniert, aber die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Wir haben bereits mit Kühlcontainern erweitern müssen“, berichtet Aqua-Mühle-Geschäftsführer Max Krieger-Alfons. „Die Zahl der Essen ist kontinuierlich gestiegen. Außerdem beliefern wir laufend neue Gemeinden. Trotzdem können wir den Bedarf stabil decken.“

Der Umzug hängt mit den Ausbauplänen des Messeparks zusammen, sagt das Land. Dort, wo derzeit die Lkw anliefern und Essen abholen, soll eine neue Tiefgarage entstehen. Damit falle der Platz vor der Küche weg. Ein Umbau für eine alternative Lösung sei wirtschaftlich nicht darstellbar, heißt es aus dem Landhaus.

So soll es mit der Schul- und Kindergartenverpflegung weitergehen
Max Krieger-Alfons will mit der Aqua Mühle an der Ausschreibung jedenfalls teilnehmen. VN/Steurer

Bei Aqua Mühle und beim Messepark sieht man es nicht so eindeutig. Max Krieger-Alfons betont: “Wegen der Umbaumaßnahmen stehen wir vor Schwierigkeiten. Aber wir sprechen mit der Messe erst noch über eine Lösung.” Anton Gustav Birnbaum, JDL-Geschäftsführer und dort für das Projekt Messepark zuständig, erläutert: „Der Bau der Tiefgarage kann aus meiner Sicht nicht der Grund dafür sein. Wir hatten bereits im April Gespräche mit der Aqua Mühle und wir müssen nur eine gesonderte Zufahrt, quer zur Anlieferung errichten. Ein Baubeginn ist aus heutiger Sicht Mitte 2028 möglich und bis dorthin gibt es keine Einschränkungen bei der Zufahrt zur Aqua Mühle.“ 

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Für das Land scheint es hingegen fix. Derzeit sind fünf Standorte im Gespräch. Sie müssen Platz bieten, weil sowohl eine Rüstküche als auch eine Verarbeitungsküche entstehen sollen. Zusätzlich braucht es Parkplätze für Mitarbeiter sowie einen Autobahn-Vollanschluss in der Nähe. Auch Hohenems befindet sich unter den Kandidaten.

Anton Birnbaum
Anton Birnbaum widerspricht dem Land: “Der Bau der Tiefgarage kann aus meiner Sicht nicht der Grund dafür sein.” VN

Sollte sich das Projekt verzögern, braucht es eine Übergangslösung. Das Land hat dafür bereits ein Provisorium im Blick. Die Zeit drängt auch da. „Die Zwischenlösung muss 2027 umgesetzt werden”, sagt Gemeindeverbandspräsident Walter Gohm.

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Er ist Teil der Arbeitsgruppe, die an einem Businessplan für die neue Küche arbeitet. „Wir müssen berechnen, ab welcher Menge an Essen eine qualitätsvolle, leistbare und regionale Verpflegung möglich ist.“ Sobald der Plan vorliegt, will das Land eine Ausschreibung starten. „Es geht um den Bestbieter.“ Gohm zeigt sich dabei auch offen für private Anbieter. „Ich schließe das nicht aus. Allerdings verfolgt ein privates Unternehmen andere Ziele als ein sozialer Träger wie die Aqua Mühle.“

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Gemeindeverband/RauchWalter Gohm kann sich auch private Anbieter vorstellen.

Dort hat man die Ausschreibung bereits im Blick, berichtet Geschäftsführer Krieger-Alfons. „In das Projekt selbst sind wir nicht involviert. Sonst könnten wir nicht an der Ausschreibung teilnehmen.“ Dabei wolle man jedenfalls mitmachen.

Auf dem Speiseplan für Schülerinnen und Schüler stehen kommende Woche unter anderem verschiedene Nudelgerichte, Cordon bleu, indonesische Hühnerpfanne und Kartoffel-Gemüse-Gratin. Täglich zubereitet in Dornbirn. Daran wird sich zumindest in den kommenden zweieinhalb Jahren nichts ändern.