Verfahren gegen Wagner eingestellt

Kultur / 01.06.2026 • 14:56 Uhr
Verfahren gegen Wagner eingestellt
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wird im Fall der Anzeige wegen des Verdachts der Urkundenfälschung gegen Monika Wagner keine weiteren Ermittlungen führen.vmh

Nach Prüfung der Anzeige sei kein strafrechtlich relevanter Vorsatz nachweisbar.

Feldkirch Bregenz Die Staatsanwaltschaft Feldkirch sieht nach Prüfung einer Anzeige wegen Urkundenfälschung gegen Monika Wagner, Geschäftsführerin der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft KuGes, von weiteren Ermittlungen ab. Wagner war von der freigestellten Landestheaterintendantin Stephanie Gräve angezeigt worden, weil sie bei der Erstellung eines Vertrags unerlaubt die digitale Unterschrift Gräves verwendet haben soll. Das Verfahren wurde eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sei „kein Vorsatz nachweisbar“, begründete Sprecherin Karin Dragosits die Entscheidung. Die Ermittlungsbehörde konnte demnach offenbar nicht ausschließen, dass es sich bei der Verwendung der Signatur um ein unbeabsichtigtes Versehen gehandelt hatte. Nach der am 10. Mai erfolgten Anzeige hatte das Land Gräve bei vollen Bezügen mit sofortiger Wirkung freigestellt, weil die „notwendige Vertrauensbasis für eine weitere professionelle Zusammenarbeit“ nicht mehr gegeben sei.

Der Aufsichtsrat der KuGes hatte die Freistellung Gräves bereits am Donnerstagabend in einer Sitzung bestätigt. Für weitere Entscheidungen wollte man den Ausgang des Ermittlungsverfahrens abwarten, hieß es damals in einer Aussendung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Staatsanwaltschaft Feldkirch mitgeteilt, ein Ermittlungsbericht der Polizei sei eingegangen, der Fall werde geprüft. In der Sitzung hatten sich die Aufsichtsratsmitglieder ein umfassendes Bild der Situation machen können. Wagner habe die Fragen des Gremiums ausführlich beantwortet, man sprach ihr weiterhin das Vertrauen aus. Man sei überzeugt, Wagner habe „nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“. Wagner selbst hatte von einem „unbeabsichtigten administrativen Fehler“ gesprochen.

„Die vom Dienst freigestellte Intendantin Stephanie Gräve kam unserer Einladung zur Darstellung ihrer Perspektive leider nicht nach“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzende Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) nach der Sitzung. Laut der stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Claudia Voit steht nun die Sicherstellung des Spielbetriebs im Zentrum der Arbeit. Wer die Intendanz interimistisch übernehmen soll, steht weiter nicht fest.

Klarheit darüber könnte es am Dienstag geben, wenn das Vorarlberger Landestheater bei einer Pressekonferenz das Programm für die Saison 2026/27 vorstellt. Statt der freigestellten Gräve werden laut Auskunft des Hauses die leitende Dramaturgin Juliane Schotte und Wagner daran teilnehmen. Als möglich gilt, dass Wagner selbst interimistisch die Intendanz übernimmt.

Das Haus wird im September dieses Jahres wegen einer umfangreichen Sanierung schließen und an Ausweichspielstätten spielen. Für Herbst 2027 ist die Wiedereröffnung geplant. Gräve, die das Vorarlberger Landestheater seit August 2018 leitet, hätte das Haus nach bisheriger Planung noch durch die erste Spielzeit nach der Wiedereröffnung führen sollen. Ihr Vertrag läuft bis 31. Juli 2028.

Das Verhältnis zwischen Gräve und der KuGes beziehungsweise dem Land Vorarlberg galt spätestens seit März als zerrüttet. Damals wurde bekanntgegeben, dass Gräves Vertrag nicht verlängert werde und „ein guter Zeitpunkt für neue Impulse“ gekommen sei. Die 1968 geborene Deutsche hätte bis 2030 weitermachen wollen. Die Nichtverlängerung hatte in Vorarlbergs Kulturszene, bei der Landtagsopposition sowie bei den Intendantinnen und Intendanten der österreichischen Landes- und Städtetheater für Irritation gesorgt.