Schwarzach Vorarlbergs Naturwacht sorgt dafür, dass das Naturschutzgesetz im Land eingehalten wird – die Naturwächter arbeiten ehrenamtlich im Dienst des Landes. Dennoch blieb die Naturwacht im Jahr 2025 nicht von Förderungskürzungen verschont. “Wir müssen jetzt etwa bei der Bekleidung sparen. Wir können nicht mehr jedem einen Anorak kaufen”, berichtet Edmund Hartmann, stellvertretender Landesleiter. Dieses Sparpaket schlägt sich im Rechnungsabschluss des Landes 2025 nieder. Den VN liegen erste Zahlen vor, die zeigen: Das Minus ist fast 78 Millionen Euro niedriger als geplant.
Die Naturwacht in Vorarlberg sorgt dafür, dass das Naturgesetz umgesetzt wird. VN/Rhomberg
50 Millionen Euro wollte die Landesregierung im laufenden Budget 2025 zusätzlich einsparen. 77 Millionen Euro sind es geworden. Dennoch schreibt das Land rote Zahlen. Statt 220 Millionen Euro beträgt das Minus nur noch 143 Millionen Euro. In sechs von zehn Budgetgruppen hat die Landesregierung weniger ausgegeben als geplant. Nur in den Gruppen Sicherheit, Bildung, Gesundheit und Soziales waren die Ausgaben höher als erwartet.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Das Ergebnis hat auch mit gekürzten und gestrichenen Förderungen zu tun. Wie die VN berichteten, strich das Land 28 Förderungen, 35 wurden gekürzt. Darunter jene für die Naturwacht. Die Organisation hat ein neues EDV-Programm erstellen lassen, erläutert Hartmann. “Das wurde extra für uns gemacht. Jetzt müssen wir bei der Weiterentwicklung sparen, wenn irgendwo Probleme auftauchen.” Sparen heißt es auch beim Kilometergeld. “Daraus ist ein Fixbetrag geworden, den wir unter den Naturwächtern je nach Dienst, Einsatzhäufigkeit und Gegend verteilen.” Wenn einer der ehrenamtlichen Naturwächter mit einer Bahn auf den Berg fährt, dafür aber zahlen muss, habe man das früher erstattet. “Das geht jetzt nicht mehr so.”
Förderungen 2025: Was gekürzt und was gestrichen wurde
Das Land Vorarlberg listet für 2025 zahlreiche Fördermaßnahmen auf, die entweder gekürzt wurden oder für die keine Neuanträge mehr möglich sind.
37 gekürzte Förderungen28 gestrichene Förderungen
Gekürzte Förderungen (37 Einträge)
Entwicklungszusammenarbeit
Humanitäre Auslandshilfe
Beiträge an Vereine für Gemeinschaftsveranstaltungen
Beiträge an private Volksschulen (Montessori Zentrum Oberland und Freie Montessori Schule Altach)
Beitrag für Musikschulprojekte
Förderung von Volkshochschulen
Landesbeitrag für das NTB Buchs
Beiträge für Forschungsausgaben von Universitäten und Hochschulen
Beihilfen zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten und Förderung wissenschaftlicher Bestrebungen
Auslandsstipendien/Kooperation mit ausländischen Universitäten
Investitionsbeiträge für Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden (per 31.12.2025)
Unterstützung für Energieberater der Landwirtschaftskammer (per 31.12.2025)
Übernahme des Rechtsträgeranteils am Gebarungsabgang des Krankenhauses der Stiftung Maria Ebene (per Juli 2025)
Hebammengremium (Einlegearbeiten in den ELKI-Pass) (per Dezember 2025)
Eigenmittelersatzkredite (per 01.07.2025, bei Fällen mit Übergangsbestimmungen per 31.12.2025)
Sanierungszuschüsse (per 01.07.2025, bei Fällen mit Übergangsbestimmungen per 31.12.2025)
Kinderspielplätze, Gemeinschaftsflächen, Gemeinschaftsräume in Wohnanlagen (privater Neubau), Revitalisierung von Kinderspielplätzen und Gemeinschaftsflächen (per 01.07.2025, bei Fällen mit Übergangsbestimmungen per 31.12.2025)
Förderung zur Errichtung von regionalen Sport- und Freizeitanlagen (per 01.07.2025)
Beratungsförderung für Gasthäuser (per 01.07.2025)
Förderung zur Belebung von Ortszentren (per 01.07.2025)
Kleingewerbeförderung (per 01.07.2025)
EPU-Förderung (per 01.07.2025)
Energiesparmaßnahmen und erneuerbare Energieträger (per 01.07.2025)
Quelle: Vorarlberger Landesregierung, Antwort auf ein Informationsbegehren zu Förderungskürzungen und Förderungsstreichungen im Jahr 2025.
Landeshauptmann Markus Wallner freut sich hingegen: “Wir haben konsequent gespart, diszipliniert gehaushaltet und eine deutliche Verbesserung erreicht.” Allein beim Sachaufwand gab die Landesregierung 18 Millionen Euro weniger aus. Beim Personalbudget – einem Ausgabenbrocken von 980 Millionen Euro – habe man eine Punktlandung hingelegt, hält Wallner fest.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Auch die Volkshochschulen (VHS) spüren den Spardruck. Zukünftig werden nur 25 Prozent des Jahresumsatzes als Rücklagen akzeptiert. Jene VHS, die mehr haben, erhalten keine Standortförderung mehr. “Eigentlich wird gute Arbeit bestraft”, sagt Stefan Fischnaller, Obmann der Vorarlberger Volkshochschulen und Geschäftsführer der VHS in Götzis. “Natürlich kann man auch sagen, dass eine Nonprofit-Organisation keine Rücklagen benötigt.” Als Gemeindepolitiker verstehe er den Schritt ein Stück weit. “Aber für einige Volkshochschulen im Land ist es jetzt schwierig.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Jene in Rankweil, Bregenz und Hohenems erhalten keine Strukturförderung mehr, Götzis und Bludenz schon. Wobei Hohenems nun die Rücklagen genutzt hat, um umzuziehen und in einen neuen Standort zu investieren. “Hohenems hat es zum Anlass genommen, um sich in der Infrastruktur zu verbessern”, betont Fischnaller. Nun erhält die VHS Hohenems wieder Standortförderung. Insgesamt sei die Situation schwieriger geworden, weil auch die Zahlungen vom Bund in den vergangenen Jahren gleich geblieben sind. Die Inflation wurde also nicht angepasst.
Stefan Fischnaller von der VHS Götzis ist Obmann der Vorarlberger Volkshochschulen. VHS/Mathis
Angepasst haben sich hingegen die Einnahmen des Landes. Elf Millionen Euro mehr Dividenden als geplant sind im Vorjahr geflossen. Zudem sind die Ertragsanteile um 19 Millionen Euro höher als erwartet. Etwas, was auch die Gemeinden freut: Vorarlbergs Kommunen erhielten 12,8 Millionen mehr vom Steuerkuchen als budgetiert. Wallner mahnt dennoch: “Das ist kein Anlass, nachzulassen.” Das Sparpaket geht also weiter.
Markus Wallner freut sich auf ein kleineres Minus als geplant. VN/Stiplovsek