Hinter den Kulissen: “Sepp, wo bist du?”

Persönlicher Eindruck gegen Kalendereintrag: Zwischen Markus Wallner und Sepp Schellhorn gehen die Wahrnehmungen auseinander.
Kalenderstreit “Sepp, wo bist du?” Mit dieser Frage sorgte Landeshauptmann Markus Wallner (58, VP) in der jüngsten Landtagssitzung für Schmunzeln. Gemeint war Staatssekretär Sepp Schellhorn (59, Neos), den Wallner bei der Reformpartnerschaft vermisst haben will. “Bei der Reformpartnerschaft nicht einmal gesehen am Tisch”, vermisste der Landeshauptmann seine Präsenz: “Wo ist denn der großartige Staatssekretär für Entbürokratisierung?”
Die Antwort aus Wien ließ nicht lange auf sich warten. Man wundere sich, “in welchem Zeit-Raum-Kontinuum diese Beobachtung entstanden ist”, ließ Schellhorns Büro ausrichten. Laut Kalender habe der Staatssekretär, der am Donnerstag den ersten Entbürokratisierungsbericht Österreichs präsentiert hat, mehr als 21 Stunden auf höchster Ebene um die Reformpartnerschaft verhandelt – ohne Vor- und Nachbereitung, bilaterale Gespräche oder Untergruppen mitzuzählen. Die Hand des Staatssekretärs bleibe jedenfalls “weiterhin ausgestreckt”, hieß es aus Schellhorns Büro an Wallner, der diesen Monat von Tirols Anton Mattle (63, VP) den Vorsitz in der Landeshauptleutekonferenz übernahm.
Bleibt die Frage, was in der Politik mehr zählt: der persönliche Eindruck oder der Kalendereintrag.