Über ein Jahr Bauzeit: So geht es mit dem Schlachthof weiter

Politik / 12.08.2026 • 15:31 Uhr
Über ein Jahr Bauzeit: So geht es mit dem Schlachthof weiter
Der neue Schlachthof in Rankweil entspricht modernen Standards. Im Oktober soll er in Vollbetrieb gehen, derzeit läuft der Probebetrieb. Die VN haben sich vor Ort umgesehen.Volker Schöller Ignited-Pixel

Die aktuellen Herausforderungen machen die regionale Schlachtmöglichkeit besonders relevant.

Rankweil Ende Oktober ist es endlich so weit. Seit vielen Jahren wartet die Landwirtschaft in Vorarlberg auf einen neuen Schlachthof, nachdem 2021 jener in Dornbirn zusperrte. Sechs Jahre, geprägt von Standorten, verschiedenen Projektplänen und teuren Konzepten für die Schublade, später steht er endlich: der neue Vorarlberger Schlachthof in Rankweil. Im Oktober wird er eröffnet. An den Schlachtbänken wird aber schon gearbeitet.

“Wir haben schon Probeschlachtungen”, sagt Gerhard Fruhauf, Obmann der Ländle-Viehvermarktung. Der Betrieb soll künftig zwei Tage pro Woche laufen und die Schlachtkapazitäten in Vorarlberg deutlich erweitern.

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Das Projekt musste angepasst werden, um weiterhin im Finanzrahmen zu bleiben.Volker Schöller Ignited-Pixel

Kosten sollen weitgehend im Rahmen bleiben

Auch bei den Kosten zeichnet sich inzwischen ein relativ klares Bild ab. Ob der ursprünglich gesetzte finanzielle Rahmen punktgenau eingehalten werden kann, sei zwar noch nicht endgültig absehbar, erklärt Fruhauf. Außenanlagen und kleinere Nacharbeiten seien noch offen. “Aber es wird ziemlich passen.”

Um die Kosten unter Kontrolle zu halten, wurde das Projekt während der Planung noch angepasst. Unter anderem wurde auf ein Obergeschoss verzichtet. Die Technikräume wurden stattdessen in einem Zwischengeschoss untergebracht. “Wir haben uns sehr bemüht, den Rahmen einzuhalten”, sagt Fruhauf.

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Künftig wird an zwei Tagen pro Woche geschlachtet.Volker Schöller Ignited-Pixel

Zwei Schlachttage pro Woche

Der neue Betrieb soll zunächst mit zwei Schlachttagen pro Woche laufen. Die Kühlräume bieten Platz für bis zu 50 große Rinder sowie bis zu 100 Schweine oder Kälber. Die bisher geplanten Mengen könnten damit problemlos bewältigt werden, sagt Fruhauf. Bei Bedarf lasse sich die Kapazität erhöhen – etwa durch einen zusätzlichen Schlachttag. “Das, was in Vorarlberg benötigt wird, schaffen wir leicht”, ist Fruhauf überzeugt.

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Die Frage nach der richtigen Dimensionierung stellt sich derzeit vor einem besonderen Hintergrund. In Vorarlberg werden rund 65.000 Rinder gehalten, darunter etwa 25.500 Milchkühe und 4000 Mutterkühe. Wie berichtet, führt die anhaltende Trockenheit zu erheblicher Futterknappheit. Die Versorgung der Vorarlberger Rinder ist grundsätzlich gesichert, aktuell aber aufgrund der Dürre herausfordernd, bestätigte auch Landesrat Christian Gantner: “Viele Betriebe berichten von deutlich niedrigeren Aufwüchsen, vor allem beim zweiten und dritten Schnitt.”

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 Ein geräuscharmer Wartestall soll die Tierwohlstandards erhöhen.Volker Schöller Ignited-Pixel

Aktuell werden daher auch im Land mehr Kühe zur Schlachtung gebracht. Über die Ländle-Viehvermarktung ist der Vorarlberger Markt zudem eng an den deutschen Markt gekoppelt. Dort ist ein Preisdruck bereits spürbar, informiert der Landesrat, sodass ein Teil des Preisrückgangs bereits angekommen ist. Die Marktsituation bleibt angespannt.

“Es zeigt sich jetzt, wie wichtig die strategische Entscheidung zur Unterstützung des neuen, modernen Schlachthofs in Rankweil war”, betont Gantner. Die regionale Schlachtinfrastruktur funktioniere einwandfrei, sodass die Kapazitäten im Land gut abgesichert seien und kurze Transportwege herrschten.

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Die Kühlräume bieten Platz für 50 große Rinder sowie bis zu 100 Schweine oder Kälber.Volker Schöller Ignited-Pixel

Fokus auf Regionalprogramme und Kälber

Für die langfristige Entwicklung dürften solche Spitzen für den neuen Schlachthof aber eine untergeordnete Rolle spielen. Der Grund: Bei großen Schlachtmengen seien größere Schlachthöfe deutlich günstiger, betont Fruhauf. Der kleine regionale Betrieb könne bei den Kosten pro Tier nicht mit diesen konkurrieren. Dessen Stärke sieht Fruhauf deshalb weniger bei kurzfristigen Massenschlachtungen als bei regionalen Programmen. Vor allem Bio- und AMA-Programme sollen abgedeckt werden. Ein wichtiger Punkt sind zudem die Kälberschlachtungen, die in den vergangenen Jahren für zahlreiche Schlagzeilen sorgten. Der neue Schlachthof soll kurze Transportwege sicherstellen.

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Aktuell läuft noch ein Probebetrieb, an den Außenanlagen und letzten Feinheiten wird noch gearbeitet.Volker Schöller Ignited-Pixel

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