Frühes Mähen erlaubt: “Man ist um jeden Halm froh”

Landwirte konnten seit 12. August die Streuwiesen mähen, um Futter für ihr Vieh zu ernten. Dies haben die meisten getan.
Schwarzach Eigentlich wäre es erst kommende Woche so weit. Dann nämlich dürften die Traktoren des Landes mit ihren Geräten ausfahren, um die Streuwiesen des Landes zu mähen. Heuer ist dies allerdings längst geschehen. Von den rund 1200 Hektar Streuwiesen im Land ist ein Großteil bereits gemäht worden. Die Landesregierung hat dies ausnahmsweise erlaubt. Damit soll die Futterknappheit auf Vorarlbergs Bauernhöfen gemildert werden.
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Denn die Dürre hat Spuren hinterlassen. Die Futtervorräte auf Vorarlbergs Bauernhöfen sind spärlich gefüllt. Das Heu von den Streuwiesen gilt zwar nicht als besonders nahrhafte Tiernahrung. Als Ergänzung, für Jungvieh oder um anderes Futter zu strecken, reicht es aber allemal. „Heuer ist man um jeden Halm froh, den man irgendwo ernten kann“, berichtet Christian Meusburger von der Vorarlberger Landwirtschaftskammer. Deshalb hat die Landesregierung den Mähtermin vorverlegt. Von den 1200 Hektar Streuwiesen fällt ungefähr die Hälfte unter die Naturschutzverordnung. Damit Landwirte für diese Flächen eine AMA-Förderung erhalten, dürfen sie die Wiesen erst nach dem 1. September mähen. Die Trockenheit veranlasste die Politik nun zu einer Ausnahme: Diesmal fließt die Förderung auch für jene, die bereits ab 12. August mähen.
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Das macht die Pflanzen nämlich nahrhafter, erläutert Meusburger. „Je länger eine Pflanze wächst, desto stärker verholzt sie. Somit verliert sie mit jedem Tag an Futterwert, sie wird nämlich für Wiederkäuer schwerer verdaulich.“ Erntet man sie schon im August, bringt das Heu also einen höheren Futterwert. „Deshalb ist der Zeitpunkt entscheidend: Für Futterzwecke sollte man es besser früher ernten. Aber auch dann geht es nicht um hochwertiges Futter für Milchkühe, sondern höchstens um Futter für Jungtiere.“
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Im Regierungsbeschluss beschreibt die Landesregierung, wie kritisch die Lage ist: „Die Ertragseinbußen im Grünland liegen bei 30 Prozent bis 50 Prozent, auf besonders trockenen Standorten teilweise darüber. Die Situation ist als außergewöhnliches Schadensereignis und als gravierendes agrarisches Problem von landesweiter Bedeutung einzustufen.“ Deshalb werde einmalig eine Ausnahme genehmigt. Die meisten Landwirte hätten davon Gebrauch gemacht, betont Agrarlandesrat Christian Gantner. „Die Möglichkeit wurde breit in Anspruch genommen.“

Schon im Vorjahr durften die Landwirte ein paar Tage früher mähen, allerdings weil starker Regen angesagt war. Heuer liegt der Grund in der Futterknappheit. Meusburger von der Landwirtschaftskammer hält aber fest: „Das ist keine große Rettung, aber ein kleiner Beitrag, um die Futtervorräte abzusichern. Den Rest müssen die Landwirte wohl zukaufen. Zudem hoffen alle auf gutes Wetter im Herbst. Je länger die Tiere draußen bleiben können, desto weniger müssen sie die Wintervorräte anreißen.“
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Auch Biobetriebe können auf konventionelles Futter zugreifen. Die VN berichteten. „Aber das ist sehr beschränkt“, betont Meusburger. „Das ist ein wichtiges Entgegenkommen für jene, denen wirklich viel Futter fehlt.“ Und das sind heuer aufgrund der Dürre einige.