Sommerschule führt zu Anzeigen wegen Fernbleibens

Politik / 23.09.2026 • 16:40 Uhr
Sommerschule führt zu Anzeigen wegen Fernbleibens
Auch in Lustenau fand die Sommerschule statt.VOL/Eckert

Nicht alle haben die Anwesenheitspflicht ernst genommen – darunter auch Kinder, die von den Eltern freiwillig angemeldet waren. Das droht ihnen nun.

Schwarzach Die Sommerschule sei eine Erfolgsgeschichte, wirbt Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Sie stärke Bildungsgerechtigkeit, schließe Lernlücken und sei besonders für Kinder mit Deutschförderbedarf ein Startvorteil. Rund 58.500 Schülerinnen und Schüler haben in den letzten zwei Ferienwochen die Sommerschule besucht – 3000 davon in Vorarlberg. Tendenz: steigend. Das hängt auch mit der Besuchspflicht für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen zusammen. Nicht alle sind der Pflicht nachgekommen.

Wer die Schulpflicht verletzt, muss mit einer Geldstrafe zwischen 150 und 800 Euro rechnen. Der Bildungsdirektion sind in Vorarlberg 31 Fälle bekannt, das sind rund ein Prozent aller Teilnehmenden. Bei den Bezirkshauptmannschaften sind bisher 15 Anzeigen eingelangt – wobei allein am Mittwoch drei dazugekommen sind. Zehn Anzeigen betreffen den Bezirk Dornbirn, drei den Bezirk Bregenz und zwei den Bezirk Feldkirch.

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Die betroffenen Kinder haben mehr als drei Tage ungerechtfertigt gefehlt. Darunter befinden sich auch Kinder, die freiwillig angemeldet worden sind. Denn auch für sie ist die Anmeldung verbindlich. Zudem gebe es Kinder, die nur ein oder zwei Tage ungerechtfertigt gefehlt haben oder krank waren, heißt es aus der Bildungsdirektion. Sie werden aber nicht gemeldet.

Kommendes Jahr wird die Zahl der Teilnehmenden weiter steigen – das Bildungsministerium möchte alle außerordentlichen Schülerinnen und Schüler verpflichten. Aus den Schulen hört man darüber nicht nur Freude. Zwar sei die Sommerschule an sich eine gute Einrichtung, heißt es. Bei den aktuellen Gruppengrößen und der Gruppenzusammenstellung werde es allerdings schwierig mit der Einzelförderung. Schließlich finden sich in einer Gruppe mit über zehn Kindern sowohl jene, die kein Wort Deutsch können, als auch solche, die ihre Mathematikkenntnisse für den Übertritt in die vierte Klasse auffrischen. Die Gruppe könnte auf eine PH-Studentin treffen, die allein unterrichtet. Laut Pädagogischer Hochschule (PH) waren heuer 17 Studierende im Einsatz, die bis zu 18 Kinder unterrichteten.

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Die Idee der Sommerschule geht auf den ehemaligen ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann zurück. Er wollte den Kindern in der Coronazeit ermöglichen, Lernrückstände aufzuholen, um wieder gut in die Schule starten zu können. Mittlerweile soll sie auch Sprachbarrieren abbauen. Es sei gut, dass diese Kinder in der Sommerschule zusätzliche Sprachpraxis erhalten, bestätigt PH-Expertin Elke Kikelj-Schwald im VN-Gespräch. Die Sommerschule sei sinnvoll.

Die Expertin versteht aber auch den Befund aus den Schulen: “Die Gruppen sind groß und heterogen, das kann für Studierende und Lehrpersonen eine große Herausforderung sein.” Auch weil sich eine Klasse der Sommerschule aus Kindern mehrerer Gemeinden zusammensetzt, die sich erst einmal kennenlernen müssen. Sie empfiehlt für das kommende Jahr kleinere Gruppen, die nach den jeweiligen Bedürfnissen zusammengesetzt werden. Etwa mit eigenen Sprachklassen, die von Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden, die extra dafür ausgebildet wurden.

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Während die Sommerschule zu Ende ist, haben Bildungsdirektion und BH mit einer zweiten Änderung des Bildungsministeriums zu tun. Verstöße gegen das Kopftuchverbot an Schulen für Kinder unter 14 Jahren können ebenfalls geahndet werden. In Vorarlberg ist es bis dato ruhig. Zwar gibt es einige bekannte Verstöße, an den Bezirkshauptmannschaften ist bis dato aber noch keine Anzeige eingelangt. Allerdings musste in Bregenz bereits die Polizei gerufen werden – wegen eines Vaters, nicht wegen des Kindes.

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