Marke Vorarlberg: Land muss 2,3 Millionen Euro abschreiben

Politik / 22.10.2026 • 15:45 Uhr
Marke Vorarlberg: Land muss 2,3 Millionen Euro abschreiben
Dem Land Vorarlberg kommt einiges an Geld abhanden. Die Marke ist mittlerweile eingestellt worden. Land Vorarlberg/7PRO.TV

Der Markenwert muss aus dem Bilanzvermögen der Vermögensverwaltung gestrichen werden. Grüne kritisieren Ausgaben für Markenraum.

Bregenz Vermögen besteht nicht nur aus Geld – manches existiert auch nur auf dem Papier. In der Bilanz der Landesvermögensverwaltung fanden sich zuletzt zum Beispiel 2,3 Millionen Euro an Markenwert der Marke Vorarlberg. Die Marke wurde bekanntlich eingestellt. Mit dem Resultat: 2,3 Millionen Euro verschwinden aus der Bilanz. Das geht aus einer Anfragebeantwortung des Landes an die Grünen hervor. Darin finden sich auch weitere interessante Details.

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Etwa zu den Gewinnaufschlägen für die WISTO. Die Organisation war dafür verantwortlich, die Marke zu verwalten. Für ihre Leistungen erhielt sie Geld vom Land. Inklusive Aufschlägen: Das Land bezahlte zusätzlich 25 Prozent Personalgemeinkostenzuschlag und zehn Prozent Gewinnaufschlag. Solche Aufschläge sind bei der Verrechnung von Leistungen üblich. Der Gemeinkostenzuschlag soll Kosten abdecken, die nicht unmittelbar einer Leistung zugeordnet werden können – etwa für IT, Buchhaltung oder Geschäftsführung. Der Gewinnaufschlag soll sicherstellen, dass ein Unternehmen nicht nur seine Kosten deckt, sondern auch etwas verdient.

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In diesem Fall bedeutet das: Die WISTO, die im Eigentum von Land, Hypo Vorarlberg und Wirtschaftskammer steht, erhielt allein im Jahr 2025 rund 104.000 Euro als Gewinnaufschlag. Seit 2020 summierten sich diese Aufschläge auf knapp 384.000 Euro.

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Laut Landesregierung sei dies allerdings erforderlich. Schließlich müssten Leistungen zwischen verbundenen Unternehmen so abgerechnet werden wie zwischen unabhängigen Unternehmen. Eine “fremdübliche Abrechnung” sei aus gesellschafts- und steuerrechtlichen Gründen zwingend erforderlich. Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter habe es seit 2018 nicht gegeben.

Aufschläge seit 2020

2020 Gewinnaufschlag 32.060 Euro, Gemeinkostenzuschlag 32.790 Euro

2021 Gewinnaufschlag 57.460 Euro, Gemeinkostenzuschlag 61.350 Euro

2022 Gewinnaufschlag 53.560 Euro, Gemeinkostenzuschlag 59.120 Euro

2023 Gewinnaufschlag 52.340 Euro, Gemeinkostenzuschlag 59.710 Euro

2024 Gewinnaufschlag 84.680 Euro, Gemeinkostenzuschlag 78.830 Euro

2025 Gewinnaufschlag 103.780 Euro, Gemeinkostenzuschlag 123.390 Euro

Und dann wäre die Sache mit der Abschreibung. Der Landesvermögensverwaltung kommt damit auf einen Schlag 2,3 Millionen Euro an bilanziertem Vermögen abhanden. Denn mit dem Aus der Marke muss auch der errechnete Markenwert vollständig abgeschrieben werden. Das bestätigt die Landesregierung. Das bilanzierte Vermögen verringert sich damit um diesen Betrag, zugleich entsteht ein Aufwand, der das Jahresergebnis belastet. Zusätzliches Geld muss dafür allerdings nicht ausgegeben werden. Die Abschreibung macht vielmehr sichtbar, dass ein bisher ausgewiesener Vermögenswert nicht mehr besteht. Das Geld für den Aufbau der Marke wurde bereits in den vergangenen Jahren ausgegeben. “Liquiditätsmäßig ist das kein Problem, das ist nur ein buchhalterischer Wert”, sagt Karl Fenkart, Leiter der Vermögensverwaltung. “Aber 2,3 Millionen Euro fallen bilanziell natürlich ins Gewicht. So viel Geld abzuschreiben ist nie schön.”

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Die Grünen stoßen sich an einer anderen Zahl in der Anfragebeantwortung. Daraus geht hervor, dass das Land 400.000 Euro aus den Einnahmen der Heimfallsrechte für das Projekt “Markenwelt Vorarlberg” eingesetzt hat. Das ist Geld, das für Projekte vorgesehen war, mit denen Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder werden soll. 2025 flossen die 400.000 Euro allerdings in ein Raumprojekt, das in seiner geplanten Form nie verwirklicht wurde. Wie berichtet, änderte sich das Konzept, mittlerweile heißt das Vorhaben “forum Vorarlberg”. Seit 2026 wird es aus dem Regelbudget der Abteilung Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten finanziert. Die 400.000 Euro würden aber nicht zurückgeführt, weil sie damals zweckentsprechend verwendet worden seien. Daran ändere auch die spätere Neupositionierung nichts.

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Die Grünen fordern, dass dieses Geld zurückgeführt wird, um 2027 Kinderprojekte zu unterstützen. Sie möchten zudem alle Unterlagen und Sitzungsprotokolle zum Markenprozess sehen.

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