Comeback im Herrenried: Der Kapitän ist zurück

Nach monatelanger Auszeit fehlt dem Hohenems-Verteidiger aber noch der Spielrhythmus.
Hohenems 184 Meisterschaftsspiele, 52 Tore, zwei Cupsiege und drei Meistertitel – Tim Wolfgang ist beim VfB Hohenems seit Jahren eine prägende Figur, eine Identifikationsperson für die Fans im Stadion Herrenried und als langjähriger Kapitän sportlich wie menschlich eine Konstante, doch nach seiner halbjährigen Pause merkte der 28-Jährige rasch, dass selbst Routine und Erfahrung eine so lange Auszeit nicht einfach verschwinden lassen.
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Im Herbst 2025 hatte sich Wolfgang aus privaten Gründen bewusst für eine mehrmonatige Auslandsreise entschieden und dem Fußball den Rücken gekehrt, eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut, auch wenn sie sportlich ihren Preis hatte. “Mir war bewusst, was für Entscheidungen ich damit eingegangen bin, dass ich jetzt sechs oder sieben Monate nicht Fußball spiele”, sagt er rückblickend und betont, dass die Zeit intensiv und bereichernd gewesen sei. “In Summe war es eine wunderschöne Zeit, die ich erlebt habe. Und würde ich noch einmal vor der Entscheidung stehen, ich würde es wieder machen.”

Zurück im Trainingsalltag stellte sich allerdings schneller als gedacht heraus, dass zwischen allgemeiner Fitness und echter Wettkampfhärte ein spürbarer Unterschied liegt. Wolfgang hatte während seiner Reise zwar regelmäßig Sport betrieben, doch das spezifische Fußballgefühl ließ sich damit nicht ersetzen. “Es ist sogar schwieriger als gedacht”, gibt er offen zu und spricht damit vor allem die körperliche Komponente an. “Die Koordination, Zweikämpfe, Körperkontakt, das Fußballspezifische, das braucht mehr Zeit, um sich wieder daran zu gewöhnen, als ich gedacht habe.” Gerade der direkte Kontakt mit dem Gegenspieler, das Timing im Tackling und die Abläufe in engen Spielsituationen seien Dinge, die man nicht einfach simulieren könne. Man mühe sich fast mehr als erwartet, wieder in diesen Flow zu kommen, weil Abstimmung und Intensität erst Schritt für Schritt zurückkehren.

Am Samstag um 15 Uhr könnte Wolfgang dennoch sein Comeback feiern, ausgerechnet gegen den SC Imst, jenen Gegner, gegen den er am 7. Juni 2025 sein bislang letztes Pflichtspiel bestritten hat, auch wenn es aufgrund des Trainingsrückstands wohl nur für einen Kurzeinsatz reichen dürfte. Der Plan sieht vor, dass er zu Ostern Anfang April wieder von Beginn an aufläuft und dann jene Stabilität einbringt, die ihn über Jahre hinweg ausgezeichnet hat. Seine bevorzugte Position bleibt die Innenverteidigung, doch für Wolfgang steht das Team im Vordergrund. “Ganz egal, wo es mich braucht, sei es an der Seitenlinie, in der Kabine oder auf einer anderen Position, wo Not am Mann ist, da werde ich aushelfen und alles geben.”

“Das erklärte Ziel wäre natürlich der Cup-Titel”, erklärt Wolfgang, während in der Meisterschaft zunächst ein stabiler Start ins Frühjahr im Fokus steht, um eine Erfolgsserie aufzubauen. Mit seiner Rückkehr wächst die Hoffnung, dass der Kapitän bald wieder voll im Rhythmus ist und auch als Führungsspieler vorangeht. VN-TK