Wolfurts neuer Fußball-Obmann schlägt Alarm

Regionalliga / 12.07.2026 • 10:27 Uhr
FC Wolfurt Neo-Präsident Christian Ebnicher übt scharfe Kritik zwecks fehlender Infrastruktur an beiden Sportanlagen.
Neo-Obmann Christian Ebnicher übte scharfe Kritik an der Gemeinde. Thomas Knobel

Deshalb müssen die Sportanlagen an der Ach und am Flotzbach schnellstens adaptiert werden.

Wolfurt Mit einer faustdicken Überraschung endete die 70. Jahreshauptversammlung des Meusburger FC Wolfurt. Der 50-jährige Christian Ebnicher wurde zum neuen Obmann des Clubs aus der Regionalliga West gewählt und tritt damit die Nachfolge von Langzeitpräsident Alexander Bernhard an. Während der neue Obmann seinem Vorgänger für dessen jahrzehntelange Arbeit großen Respekt zollte, fand er in seiner Antrittsrede deutliche Worte in Richtung Gemeinde.

Alexander Bernhard (r.) erhielt von Thomas Fetz und Stefan Muxel für seine Tätigkeit eine Kuhglocke überreicht.
Alexander Bernhard (r.) erhielt von Thomas Fetz und Stefan Muxel für seine Tätigkeit eine Kuhglocke überreicht.

Sein zentrales Thema: Die Infrastruktur des Vereins sei über dem Limit. “Vor vier Wochen wäre das für mich selbst noch kein Thema gewesen”, sagte Ebnicher über seine überraschende Kandidatur. Nach Gesprächen und der erfolglosen Suche nach einer Nachfolgelösung habe er sich schließlich entschlossen, Verantwortung zu übernehmen. “Es ist mir eine große Ehre, Präsident dieses großen Vereins zu sein.” Der seit 40 Jahren mit dem FC Wolfurt verbundene Ebnicher kündigte an, den Verein nach außen zu vertreten und dessen Interessen künftig mit Nachdruck einzufordern.

Besonders deutlich wurde der neue Präsident bei den Sportanlagen. Sowohl die Anlage an der Ach als auch jene am Flotzbach seien längst über ihrer Belastungsgrenze. Der FC Wolfurt sei der größte Freiluftsportverein der Gemeinde, dennoch würden seine Anliegen seit Jahren zu wenig Gehör finden. “Ich verstehe nicht, warum wir mit unseren Wünschen und Forderungen so wenig gehört werden”, kritisierte Ebnicher.

Vor allem das Clubheim entspreche längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Von einer Westliga-tauglichen Infrastruktur könne keine Rede sein. Auch die Platzsituation lasse keine Weiterentwicklung mehr zu. Die Anlagen seien bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet.

Unterstützung vom Hauptsponsor wie bisher: Roman Giesinger gratuliert Christian Ebnicher.
Unterstützung vom Hauptsponsor wie bisher: Roman Giesinger gratulierte Christian Ebnicher.

Mit knapp 300 Nachwuchsspielern verfüge der FC Wolfurt über eine der größten Fußball-Nachwuchsabteilungen Vorarlbergs. Mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen habe einen Migrationshintergrund. “Kein anderer Sportverein in Wolfurt leistet auch nur annähernd jene Integrationsarbeit, die wir seit Jahren erbringen”, betonte der neue Präsident.

Sollte die Gemeinde nicht rasch handeln, drohen einschneidende Konsequenzen. “Wenn wir weiterhin vertröstet werden, müssen wir über Maßnahmen wie einen Aufnahmestopp im Nachwuchsbereich nachdenken”, warnt Ebnicher. Das wäre aus seiner Sicht ein fatales Signal. Statt als Bittsteller wolle der FC Wolfurt künftig selbstbewusst auftreten. “Wir sind ein erfolgreicher, finanziell gesunder Verein mit berechtigten Forderungen.”

Der neugewählte Vorstand von Meusburger FC Wolfurt.
Der neugewählte Vorstand des Meusburger FC Wolfurt.

Unverständnis zeigte Ebnicher auch darüber, dass Wolfurt bei der Sportinfrastruktur inzwischen hinter deutlich kleineren Gemeinden zurückliegt. “Es kann nicht sein, dass wir uns hinter Gemeinden wie Fußach, Schwarzach, Hörbranz oder Kennelbach verstecken müssen”, sagte er. Die Entwicklung der Sportanlagen werde deshalb die größte Aufgabe seiner Amtszeit. Gemeinsam mit der Gemeinde müssen rasch Lösungen gefunden werden, damit der Verein seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit fortsetzen könne.

Mit der Wahl endete zugleich eine prägende Ära: Alexander Bernhard. Er war insgesamt 24 Jahre in unterschiedlichen Führungsfunktionen tätig, davon fast 20 Jahre als Präsident. Als Zeichen der Anerkennung überreichte ihm der Verein zum Abschied eine Kuhglocke. Auch wirtschaftlich präsentierte sich der Regionalligist bestens aufgestellt. In den vergangenen beiden Jahren erwirtschaftete der FC Wolfurt ein Plus von rund 65.000 Euro und geht damit finanziell solide in die Zukunft – 2027 feiert der Traditionsverein sein 80-jähriges Bestehen. VN-TK