Das zweite Jahr als echte Bewährungsprobe

Ein einstelliger Tabellenplatz ist das Ziel. Der Weg dorthin ist für den FC Lustenau ein steiniger.
Lustenau Der Spruch, wonach das zweite Jahr immer das schwierigste ist, begleitet den Fußball seit Generationen. Genau diese Herausforderung wartet nun auf den FC Lustenau. Nach Rang zwölf in der vergangenen Saison peilt der älteste Fußballklub Vorarlbergs heuer einen einstelligen Tabellenplatz an. Die Zielsetzung ist klar, ihre Umsetzung jedoch alles andere als einfach. Vor allem der lange Ausfall von Spielmacher Paulo Victor könnte sich als entscheidender Faktor erweisen.

Trotz der schwierigen Ausgangslage hält der Verein konsequent an seiner Philosophie fest. Trainer Philipp Hagspiel und Sportchef David Grabher setzen weiterhin fast ausschließlich auf Spieler aus den eigenen Reihen. Der eingeschlagene Weg soll nachhaltig Erfolg bringen, auch wenn er Geduld und Zeit verlangt. Entscheidend wird sein, möglichst über die gesamte Saison hinweg auf den kompletten Kader zurückgreifen zu können.
Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, zeigte der FC Lustenau bereits zum Frühjahrsauftakt der vergangenen Saison. In Bestbesetzung gelangen drei Siege und zwei Unentschieden. Diese Serie machte deutlich, dass die Hagspiel-Elf mit ihrer stärksten Formation durchaus mit den Spitzenteams der Liga mithalten kann.
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Die personellen Sorgen sind allerdings nicht zu übersehen. Besonders schmerzlich wiegt der Ausfall von Paulo Victor. Der 30-jährige Brasilianer erlitt einen schweren Bandscheibenvorfall und hat seit dem 3. April kein Pflichtspiel mehr bestritten. Als Taktgeber im Mittelfeld fehlt der Regisseur an allen Ecken und Enden. Auch in den kommenden Wochen muss der FC Lustenau auf seinen Spielmacher verzichten, wodurch Kreativität und Struktur im Offensivspiel leiden.
Zusätzlich ist Torjäger Kerim Kalkan noch nicht bei hundert Prozent. Der Angreifer erzielte in der vergangenen Saison 17 der insgesamt 49 Treffer und war damit mit großem Abstand der wichtigste Offensivspieler der Grün-Weißen. Solange der Goalgetter nicht wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreicht, bleibt die Durchschlagskraft im Angriff eingeschränkt.
Der angestrebte einstellige Tabellenplatz ist durchaus realistisch. Bleiben jedoch die Leistungsträger weiter verletzt oder nicht ganz fit, dürfte die zweite Saison nach dem Aufstieg tatsächlich zur bislang größten Herausforderung für den FC Lustenau werden. VN-TK




