Fünf Tore in 25 Minuten: Derby wird zur einseitigen Gala

Regionalliga / 07.08.2026 • 21:08 Uhr
Noel Gunz traf beim Schützenfest dreimal für Hohenems. VN-STIPLOVSEK
Noel Gunz traf beim Schützenfest dreimal für Hohenems. VN-STIPLOVSEKthomas Knobel

Höchster Sieg in der Ära von Trainer Werner Grabherr bringt vorerst Platz eins.

Hohenems Fünf Chancen, fünf Tore – und das alles innerhalb von nur 25 Minuten. Der VfB Hohenems erwischte gegen den FC Lustenau eine erste Halbzeit nahezu nach Maß und feierte vor 1100 Zuschauern im Stadion Herrenried einen auch in dieser Höhe verdienten 6:0-(5:0)-Derbysieg. Nach dem 3:2 in Lochau war es bereits der zweite Prestigeerfolg innerhalb von sechs Tagen. Gleichzeitig bescherte der höchste Sieg in der bisherigen Ära von Trainer Werner Grabherr den Grafenstädtern zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung in der Regionalliga West.

Grabherr vertraute exakt jener Startelf, die bereits in Lochau begonnen hatte. Noel Gunz eröffnete in der 14. Minute den Torreigen, nur vier Minuten später erhöhte Liam Tripp auf 2:0. Hohenems spielte zielstrebig nach vorne und präsentierte sich vor allem vor dem Tor gnadenlos effizient. Gunz traf in der 30. Minute zum 3:0, Tripp legte vier Minuten später seinen zweiten Treffer nach. Als Gunz in der 39. Minute seinen Triplepack perfekt machte, war das Nachbarschaftsduell bereits vor dem Pausenpfiff entschieden. Fünf Möglichkeiten, fünf Treffer: Mehr Effizienz geht kaum.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr der erst 17-jährige Noel Gunz. Bereits in der vergangenen Saison hatte der Youngster sieben Meisterschaftstore für Hohenems erzielt. Mit seinen drei Treffern gegen Lustenau setzte er seine bemerkenswerte Entwicklung fort und liegt nun auch in der aktuellen Torschützenwertung ganz vorne. Tripp sorgte mit seinem Doppelpack ebenfalls für eine persönliche Bestmarke: Es waren seine Meisterschaftstreffer Nummer zehn und elf im Hohenemser Dress in den vergangenen drei Jahren.

Die einzigen nennenswerten Torchancen des stark ersatzgeschwächten FC Lustenau vergaben Thomas König.

Für den Höhepunkt der zweiten Hälfte sorgte Ünal in der 69. Minute. Nach einer sehenswerten Kombination landete der Ball beim Außenbahnspieler, der ihn zum 6:0 ins rechte Kreuzeck jagte. Ein Traumtor – und das halbe Dutzend war voll. Beinahe wäre sogar noch Treffer Nummer sieben gefallen. Luka Ancevski traf in der 87. Minute nur die Querlatte.

Werner Grabherr durfte mit dem Auftritt seiner Mannschaft rundum zufrieden sein. „Ich kann der ganzen Mannschaft nur ein Riesenkompliment aussprechen. Vor allem die erste Hälfte war schon ganz nach meinem Geschmack mit Spielwitz und Effizienz“, sagte der Hohenems-Trainer.

Nach zwei Spieltagen könnten die Gefühlswelten der Nachbarn kaum unterschiedlicher sein. Hohenems hält nach dem 3:2 in Lochau und dem 6:0 gegen Lustenau beim Punktemaximum und hat bereits zehn Treffer erzielt. Damit grüßen die Grafenstädter vorerst von der Tabellenspitze – zumindest für 24 Stunden. Der FC Lustenau steht hingegen nach dem 0:2 zum Auftakt und dem 0:6 im Herrenried noch ohne Punkt und eigenen Treffer da. Allerdings starteten die Lustenauer bereits in der vergangenen Saison mit zwei Niederlagen und fanden danach wesentlich besser in die Spur. Hohenems kombinierte, traf beinahe nach Belieben und machte es zur klaren Angelegenheit. VN-TK