Vier neue Spieler dank ÖFB-Sonderregel: FC Dornbirn spürt Kufsteins Vorteil

Ex-Bischofshofen-Quartett verstärkt Kufstein seit Wochen trotz Übertrittsendes.
Dornbirn Vier neue Spieler mitten in der laufenden Meisterschaft – und das völlig legal. Was beim FC Kufstein seit Mitte September möglich ist, wirft Fragen nach der sportlichen Chancengleichheit in der Regionalliga West auf. Vor dem Heimspiel des FC Dornbirn gegen die Tiroler am Samstag (15 Uhr, Sparkasse Arena Birkenwiese) rückt eine brisante ÖFB-Sonderregelung in den Mittelpunkt.

Aboubacar Cissé (Österreich), Brahima Diallo (Frankreich), Maysson Meité (Frankreich) und Paul Jouini (Italien) wechselten Mitte September vom SK Bischofshofen nach Kufstein. Zu einem Zeitpunkt, als die reguläre Sommerübertrittszeit längst vorbei war. Möglich machte dies Paragraf 13 des ÖFB-Regulativs. Der Salzburger Fußballverband genehmigte aufgrund dieser Sonderbestimmung die Freigabe der Spieler, nachdem Bischofshofen wegen seiner nicht mehr regionalligatauglichen Heimstätte den Spielbetrieb vorerst für ein Jahr einstellen musste.

Für Kufstein ein Glücksfall. Die vier Neuen sind seit Mitte September spielberechtigt und standen mittlerweile an fünf Spieltagen für die Festungsstädter im Einsatz. Während andere Regionalligisten ihre Kader bis zum Ende der Sommerübertrittszeit am 15. Juli zusammenstellen mussten, konnte Kufstein während der Meisterschaft gleich ein neues, starkes Quartett nachverpflichten. Rechtlich durch die ÖFB-Bestimmungen gedeckt, sportlich aber durchaus brisant. Denn die Konkurrenz trifft nun auf eine Kufsteiner Mannschaft, die personell deutlich besser aufgestellt ist als zu Saisonbeginn. Die Frage nach einer möglichen Wettbewerbsverzerrung drängt sich auf.

Das bekommt auch der FC Dornbirn zu spüren. Nach dem Derbysieg beim VfB Hohenems will Trainer Roman Ellensohn mit seinem Team unbedingt nachlegen, um den Anschluss an das Spitzentrio nicht zu verlieren. Mit 23 Punkten liegen die Rothosen auf Rang vier, vier Zähler hinter Tabellenführer Hohenems. Gegen den Zwölften Kufstein (10 Punkte) soll der fünfte Heimsieg gelingen. Allerdings fehlen Berlinger und Krnjic wegen Gelbsperren sowie Crescenti aufgrund einer Verletzung. Dornbirn muss gegen einen im Vergleich zum Saisonstart verstärkten Gegner bestehen – dank einer ÖFB-Sonderregel, von der Kufstein profitieren konnte. VN-TK