28.06.2019 • 07:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit dem Funicular de Chaumont zum Aussichtsturm mitwunderbarem Blick über das Drei-Seen-Land. Edith Rhomberg (4)
Mit dem Funicular de Chaumont zum Aussichtsturm mit

wunderbarem Blick über das Drei-Seen-Land. Edith Rhomberg (4)

Markthallenplatz erzählen eine Geschichte. Dass Christine Domon kurz im Haus mit dem Schild „Wodey-Suchard von 1825“ verschwindet, hat einen guten Grund. Sie kommt zurück mit Kostproben delikater Schokolade und nur ein paar Schritte weiter staunen wir erneut über ihr Insiderwissen. Neben der Brasserie Le Cardinal, wo wir bald im Ambiente des Jugendstils zu Mittag essen, holt sie aus einem Versteck eine Flasche Absinth hervor. Beim Aperitif an einem der Brunnen begeben wir uns auf die Spuren des legendären Getränks mit dem Beigeschmack des Verbotenen. Erfunden wurde der Absinth im 18. Jahrhundert im Val-de-Travers, große Erfolge feierte er dann im Paris des 19. Jahrhunderts. Zum Mythos wurde er, noch bevor er 1910 in der Schweiz verboten wurde, weil er die Menschen angeblich verrückt mache. Kein Geheimnis sei, dass die heimliche Herstellung des Absinths aber nie aufhörte, auch nicht während der Prohibition, die erst 2005 aufgehoben wurde, erzählt Christine.

Wir fühlen uns indes kein bisschen verrückt und radeln vergnügt entlang des Sees nach Hauterive, wo der Fund prähistorischer Pfahlbauten zur Errichtung des archäologischen Museums Laténium führte. Ganz in der Nähe steht ein Teil des außergewöhnlichen Hotels Palafitte ebenfalls auf Pfählen im See. Es wurde 2002 anlässlich der schweizerischen Landesausstellung gebaut und sollte im Rahmen der Veranstaltung von internationalem Ruf das Interesse der Besucher aus aller Welt wecken. Wir jedenfalls sind begeistert von den Zimmern mit 58 Quadratmetern und einer zehn Quadratmeter großen Terrasse samt privatem Abstieg ins Wasser.

Nicht direkt im See, aber an der Uferpromenade unweit der Passerelle de l’Utopie (Steg ins Wasser) liegt das Beau Rivage Hotel. Zahme Spatzen möchten beim reichlich gedeckten Frühstückstisch mitnaschen, wenn nicht ein paar Raben immer wieder für Ordnung sorgen würden. Ein Ausflug nach La Chaux-de-Fonds steht heute auf dem Programm. Die Uhrenstadt liegt auf 1000 Metern Höhe und wurde 2009 wegen ihrer besonderen Architektur zum UNESCO-Welterbe erklärt.