Reise / 21.01.2022 • 10:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Natur auf Dominica ist rau und wild. Viele Orte – vor allem im Inselinneren – sind nur zu Fuß zu erreichen.
Die Natur auf Dominica ist rau und wild. Viele Orte – vor allem im Inselinneren – sind nur zu Fuß zu erreichen.

Nationalparks. Inzwischen gibt es drei davon. Der größte, der Morne Trois Pitons-Nationalpark, wurde 1997 auch wegen seiner überbordenden Artenvielfalt zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt. Heute vermarktet sich Dominica als „The Island of Nature“ und punktet mit seinen tropischen Regenwäldern und spektakulären Wasserfällen, seinen heißen Quellen und einem kochenden Schwefelsee, der sich nur nach einer abenteuerlichen Wanderung bewundern lässt.

Insel für Naturliebhaber

„Dominica ist eine Insel für Naturfreaks, die eine wilde Landschaft lieben“, sagt Lennox Honychurch. Der 68-jährige Historiker ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Insel, er schrieb als erster die Geschichte von Dominica und ihrer Ureinwohner auf. 3000 Jahre vor Christus kamen die Kalinago mit ihren Kanus vom südamerikanischen Orinoco auf die Insel. „Lange Zeit wurden sie als Primitive angesehen, heute sind sie stolz auf ihre Kultur“, erzählt Lennox. Wenn es nach den Plänen der Regierung geht, sollen künftig deutlich mehr internationale Touristen auf die Insel kommen. So entstehen derzeit einige große Hotels internationaler Ketten. 2025 soll ein neuer internationaler Flughafen eröffnen und mehr Urlauber mit Direktflügen aus den USA und Europa nach Dominica bringen. Lennox Honychurch ist skeptisch. „Wie soll unsere kleine Insel so viele Touristen bewältigen?“, fragt er. Noch sind es aber die kleinen Gästehäuser, die den wahren Charme der Insel ausmachen.

Zerstörung durch Hurricane Maria

Im September 2017 brachte ein Hurricane allerdings die Apokalypse über Dominica. Maria zerstörte über 90 Prozent der Infrastruktur, deckte fast alle Dächer ab, kappte Stromleitungen, spülte Straßen weg, verschüttete Wanderwege und beschädigte selbst die Korallen. Auch wenn sich die Natur erstaunlich schnell erholte, die Spuren sind noch immer zu sehen. Erst 2020 sollte es wieder richtig mit dem Tourismus losgehen. Dann kam Corona. Für die Tourismusindustrie ist die Flaute eine Katastrophe, für die Natur ist sie ein Segen.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.