Besser als die Eidgenossen
Nach der alljährlichen Nordamerika-Tour kommt der Weltcup wieder zurück nach Europa. Die ÖSV-Läufer haben sich bisher bei den Frauen wie auch bei den Männern wacker geschlagen.
Wobei die Mädchen hier vor allem in den technischen Disziplinen reüssieren konnten, und das mit Zettel und Schild eindrücklich. Dafür hapert es in den schnellen Bewerben noch etwas. Hier dominiert nach wie vor dieselbe Dame wie im Vorjahr. Vielleicht wäre es wirklich besser gewesen, Lindsey Vonn bei den Männern mitfahren zu lassen.
Bei den Herren hat sich ein alter Bekannter eindrücklich zurückgemeldet: Aksel Lund Svindal. Nordamerika scheint dem Norsker heuer speziell zu liegen. Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen scheint er so stark wie nie. Man merkt dem Altmeister an, dass es heuer in Schladming wieder um Edelmetall geht. Immer dann ist Svindal besonders motiviert.
Geschlagen konnte er nur von zwei Italienern werden. Christoph Innerhofer, der die außerordentlich schwere Abfahrt in Beaver Creek für sich entschied, hatte über Monate wegen seinen Rückenproblemen ein Handicap. Erst vor einigen Wochen konnte ihn ein neues Therapiesystem wieder schmerzfrei machen. Den anschließenden Sieg im Super-G verschenkte er durch einen schweren Fehler im unteren Teil. Sein italienischer Landsmann Matteo Marsaglia, bis zu seinem 14.Lebensjahr in Rom beheimatet, sprang überraschend ein und gewann sein erstes Rennen.
Die Österreicher haben zwar im Kampf um den Sieg nie eine Rolle gespielt, waren aber immer im Bereich des Podiums. Überschattet wurde das letzte Wochenende aber auch durch viele Ausfälle und einen spektakulären Sturz von Max Franz. Nachdem er mit einem tollen zweiten Platz in Lake Louise auftrumpfen konnte, riskierte er auf der „Birds of Prey“ einfach zuviel. Franz erlitt beim Super-G eine schwere Gehirnerschütterung sowie einen Nasenbeinbruch und Schürfungen im Gesicht. Er wird sich aber hoffentlich bis im Jänner wieder davon erholen. Generell passt die Form des ÖSV, denn es sind nicht weniger als vier Leute am Podium gelandet, das lässt hoffen.
Von so einer Bilanz kann die Schweiz nur träumen. Ohne die verletzten Beat Feuz und Didier Cuche (heuer sportlicher Berater von Carlo Janka), hatten die Schweizer den bisher schlechtesten Saisonstart seit dem Rütli-Schwur im Jahr 1291.
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