Eine dicke Lippe – und riskieren

Schrecksekunde für Susanne Moll vor dem Snowboard-Boardercrossbewerb.
Snowboard. Eine dicke Oberlippe nahm Susanne Moll als Andenken vom ersten Training mit nach Hause. Und lächelte trotzdem tapfer: „Im Zielkick bin ich Kopf vorab gestürzt. Dann habe ich mit dem Gesicht gebremst,“ spielt sie die Schrecksekunden herunter. „Es ist ja sonst nichts passiert.“ Dafür ist sie die „knirschblauen“ Flecken am Hintern los, die als Andenken von „X-Games“ in Aspen lange Schmerzen verursacht haben. „Alles ausgeheilt, da tut nichts mehr weh.“
„Es wird ein Spaß“
Die geschwollene Lippe wird die 26-jährige Snowboardcrosserin aus dem Bregenzerwald morgen (8 Uhr/Finale ab 10.15 Uhr) bei ihrer Olympia-Premiere im Extreme Park in Rosa Khutor jedenfalls nicht daran hindern, voll zu riskieren. „Das wird ein Spaß“, gibt sich Moll vor dem Bewerb freudig erregt. „Wir haben noch ein Videostudium mit den Trainern. Da geht es noch um wichtiges Feedback – und im Rennen gibt es dann eh nur mehr ein Motto – und das heißt Vollgas.“ Der Olympia-Kurs hat gegenüber der Generalprobe vor einem Jahr eine Kurve mehr: „Sonst ist der Aufbau der Strecke ähnlich, der Schnee ist aber anders. Letztes Jahr war da schlechtes Wetter, heuer scheint durchgehend die Sonne.“ Die Strecke käme ihr auf jeden Fall entgegen, weil sie mit 1200 Metern sehr lang ist. „Ich bin nicht die beste Starterin, mag es lieber, wenn ich überholen kann. In diesem Jahr bin ich körperlich fit und auch mental bereit.“
Mit ihren ersten Runs war Moll sehr zufrieden: „Ich werde im letzten Training noch ein paar Dinge ausprobieren.“ Vier, fünf Fahrten und Startübungen sind noch geplant. „Möglicherweise werden auch noch einige Kleinigkeiten am Kurs angepasst, die müssen wir dann nochmals durchgehen.“ Die kleinen Banks zu treffen, sieht Kollegin Maria Ramberger (27) als wichtiges Kriterium. „Das wird schon eine Herausforderung,“ so die gebürtige Wienerin. „Der Kurs schaut aber schlimmer aus, als er ist.“
Qualifikation um die Position
Gefahren wird am Sonntag (ab 10.15 Uhr) in Sechser-Runs, die drei schnellsten Läuferinnen kommen in die nächste Runde. Eine echte Qualifikation ist es nicht, es geht aber um die besten Startpositionen im 24er-Feld. Wobei Moll nicht ausmachen konnte, ob es aus einer Startposition einen Vorteil gibt: „Ich weiß momentan nicht, welche Box ich nehmen werde. Wohl eine ganz in der Mitte . . .“ Fix ist für die Läuferin des WSV Andelsbuch dagegen schon, welches Board sie anschnallen wird: Es wird jenes Brett sein, welches ihr Konterfei ziert. Moll: „Ich habe im Training ein wenig probiert. Im Rennen werde ich eine meiner besten Waffen auspacken.“
Im Rennen gibt es nur ein Motto – und das heißt Vollgas.
susanne moll