Marc Girardelli

Kommentar

Marc Girardelli

WM-Gold in der Hütten-Hitparde

Sport / 09.02.2015 • 21:26 Uhr

Nach Halbzeit bei der Ski-WM in Vail und Beaver Creek liegt Österreich im Medaillenspiegel mit drei Mal Gold an der ersten Stelle. Wer hätte das gedacht. Auch wenn die Abfahrt an unsere Schweizer Nachbarn ging, konnte man diese Niederlage ob des unerwarteten Gesamterfolgs recht gut verschmerzen.

Auf einem anderen Gebiet läuft in Vail und Beaver Creek ein ganz anders Rennen ab. Früher tummelte man sich nach der sportlichen Arbeit auf der Piste entweder im Austria-Haus oder im House of Switzerland. Beide Länder haben es sich seit Jahren auf ihre Fahnen geschrieben, bei Großanlässen ihr Land bestmöglich mit Köstlichkeiten und Gastfreundschaft zu präsentieren. Die Rivalität war auch früher nie so groß, dass man sich nicht gegenseitig besuchte. Meistens aber dann, um dem anderen Lager nach einer Niederlage sein Mitgefühl auszudrücken.

Mittlerweile hat dieser Trend von Nationenhäusern schon fast ausufernde Ausmaße angenommen. Weil die WM nur zwei Wochen dauert, reicht die Zeit kaum, um alle Häuser zu besuchen. In einer abgelegenen Kneipe in Lionshead, einem Vorort von Vail, sah ich zufällig ein Hungaria-Haus. Bevor ich da rein gehe, frage ich mich aber erst mal durch, wie die Stimmung da drinnen ist.

In Beaver Creek hat heuer zum ersten Mal die Arlberg Lounge Stellung bezogen. Bei dem vom Lech-Zürs-Tourismus organisierte Treffpunkt ist jeden Tag die Hölle los. Initiator und Tourismuschef Hermann Fercher hat seit zwei Jahren diesen Auftritt professionell geplant und scheint damit ins Schwarze getroffen zu haben. Von Patrick Ortlieb bis zum österreichischen Botschafter gibt sich die gesamte Prominenz die Klinke in die Hand. Mit Produkten aus dem Ländle begeistert man sogar die Amerikaner, sie zeigen sich vor allem vom Bregenzerwälder Bergkäse angetan. Auch wenn es in dieser „Hütten-Kategorie“ keinen offiziellen Medaillenspiegel gibt, ist uns hier der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Österreich und die Schweiz präsentieren sich bei Groß­anlässen bestmöglich.

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