Auf Zielgeraden ausgebremst

Sport / 06.09.2015 • 23:00 Uhr
4500 Zuschauer in Sportska Dvorana „Borik“ sorgten in der Partie gegen Banja Luka für einen Hexenkessel.
4500 Zuschauer in Sportska Dvorana „Borik“ sorgten in der Partie gegen Banja Luka für einen Hexenkessel.

Harder Handballer unterliegen im finalen Duell um Platz in der Champions League gegen Elverum 25:28.

Banja Luka. (VN-jd) Es soll einfach nicht sein. Auch im vierten Anlauf verpasst der Alpla HC Hard den Einzug in die Beletage des europäischen Männerhandballs. Doch so nahe wie diesmal beim in Banja Luka ausgetragenen Viererturnier in der Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League sind die Roten Teufel vom Bodensee noch nie an ihrem Ziel vorbeigeschrammt.

Nachdem die Mannen von Coach Markus Burger zunächst im Halbfinale Gastgeber und Turnierfavorit RK Banja Luka eine Marathonschlacht lieferten und sich im mit über 4000 heißblütigen Fans einem Hexenkessel gleichenden Sportska Dvorana „Borik“ gegen den bosnischen Meister nach Verlängerung mit 35:33 durchsetzen konnten, kam es im Finale zum Vergleich mit dem norwegischen Titelträger Elverum HB. Zu Beginn konnten Roland Schlinger und seine Nebenleute die Strapazen des Vortags noch relativ gut wegstecken und lagen schnell mit 4:2 (6.) vorne. Doch ab der 13. Minute (6:6) wendete sich das Blatt zugunsten der Skandinavier und sie zogen auf 9:6 (16.) davon. Den tapfer kämpfenden Harder, bei denen nach einer Viertelstunde Kreisläufer Lukas Herburger mit einer Knöchelverletzung ausfiel, konnten noch einmal auf 11:11 (25.) gleichziehen, ehe beim Stand von 15:11 die Seiten gewechselt wurden. „In dieser Phase hat man gemerkt, dass die Partie gegen Banja Luka Spuren hinterlassen hat. Wir haben es nicht mehr geschafft, in der Abwehr die Räume eng zu machen und im Angriff hat einfach der letzte Druck auf‘s Tor gefehlt“, betont Burger.

Bemühungen nicht belohnt

Nach der Pause lieferten sich beide Teams weiter ein Duell auf Augenhöhe. Dank der Treffsicherheit von Steffen Stegavik (zehn Tore) und Andre Lindboe (8) konnte Elverum aber den ÖHB-Meister der letzten vier Saisonen immer auf Distanz halten. Neun Minuten vor dem Ende fiel dann die Vorentscheidung: Die Norweger konnten sich mit einem Doppelschlag innert 45 Sekunden von 23:21 auf 25:21 absetzen. Die Roten Teufel warfen zwar noch einmal alles nach vorne, doch mehr als eine Resultatskosmetik war nicht mehr zu erreichen. „Die Akkus bei uns waren einfach leer. Das Spiel am Vortag hatte zu viel Substanz gekostet, um noch einmal die Wende zu realisieren“, erklärte der Hard-Trainer zähneknirschend.

Der heroische Fight gegen Banja Luka war nach der Niederlage gegen Leoben ein klares Zeichen.

Markus burger
Hard-Kapitän Roli Schlinger war mit insgesamt 15 Treffern erfolgreichster Torschütze der Roten Teufel beim Qualifikationsturnier in Banja Luka Foto: gepa
Hard-Kapitän Roli Schlinger war mit insgesamt 15 Treffern erfolgreichster Torschütze der Roten Teufel beim Qualifikationsturnier in Banja Luka Foto: gepa

Handball

Champions League der Männer 2015/16 Internet: www.eurohandball.com

Qualifikationsturnier in Banja Luka (BIH)

Finale

Elverum HB (NOR) – Alpla HC Hard 28:25 (15:11)

Sportska Dvorana „Borik“, 400 Zuschauer, SR Baranowski/Lemanowicz (POL)

Zweiminutenstrafen: 4 bzw. 4

Torfolge: 6. 2:4, 13. 6:6, 16. 9:6, 17. 10:8, 25. 11:1, 26. 13:11, 36. 18:16, 43. 21:18,
49. 23:20, 51. 23:21, 54. 25:22, 59. 26:22, 59. 26:24. 60. 27:24

Elverum HB: Nergaard, Oeien; Linderud (1), Överby (1), Borresen (1), Nordberg (3), Mehl (2), Jansrud, Lindboe (9), Toft, Burud, Ekren, Mitrovic (1), Stegavik (10)

Alpla HC Hard: Doknic, Jochum; Wurst, Kozina (2), Raschle (5), Zivkovic (3), Wüstner, Tanaskovic (1), Klötzel, Watzl, Schlinger (8), Knauth (2), Dicker, Herburger, Weber (2), Zeiner (2)

Spiel um Platz drei

OCI Limburg Lions (NED) – RK Banja Luka (BIH) 33:31 (16:14)

Halbfinale

Alpla HC Hard – RK Banja Luka 35:33 n. v. (30:30, 17:14)

Sportska Dvorana „Borik“, 4500 Zuschauer, SR Baranowski/Lemanowicz (POL)

Zweiminutenstrafen: 7 bzw. 11; Rote Karten: 44. Milosevic (3×2), 61. Wüstner (3×2)

Torfolge: 8. 5:3, 13. 10:4, 20. 13:7, 26. 16:10, 37. 22:17, 43. 22:20, 50. 26:25, 53. 28:26, 55. 28:27, 58. 30:28, 61. 30:31, 54. 32:31, 67. 33:33

Alpla HC Hard: Doknic, Jochum; Wurst, Kozina (5), Raschle, Zivkovic, Wüstner, Tanaskovic (6), Klötzel, Watzl, Schlinger (7), Knauth (3), Dicker, Herburger (2), Weber (5), Zeiner (7)

RK Banka Luka: Efendic, Ivanisevic; Jankovic (4), Pavic, Vujovic (3), Mikic (3), Njezic,
Obradovic (3), Stankovic, Trivundza (13), Celic, Ceranic (1), Nikolic (3), Milosevic, Sekaric (1), Bojinovic (2)

Elverum HB (NOR) – OCI Limburg Lions (NED) 35:30 (14:15)

Modus

Elverum HB qualifiziert sich als Sieger des Qualifikationsturniers für die Gruppenphase (Hin- und Rückspiele) und trifft dort in Gruppe D ab dem 17. September auf den HC Saporoschje (UKR), Skjern HB (DEN), HC Skopje (MKD), Kadetten Schaffhausen (SUI) und HCM Baia Mare (ROM).

Der Alpla HC Hard und die OCI Limburg Lions wechseln als Zweit- und Drittplatzierte des Qualifikationsturniers in die 3. Runde des EHF-Cups (ab 21. November). Der RK Banja Luka trifft als Viertplatzierter in der 2. Runde des EHF-Cups (10./11. bzw. 17./18. Oktober) und trifft auf den Sieger der Partie zwischen dem HB Dudelange (LUX) und Haslum HK (NOR).