Moll sagt „Tschüs“ im Montafon

Sport / 23.11.2015 • 21:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tränen flossen, als Susanne Moll „Pfüate“ sagte. Foto: Hartinger
Tränen flossen, als Susanne Moll „Pfüate“ sagte. Foto: Hartinger

Vorarlbergs Snowboard-Lady kümmert sich in Zukunft um die Europacup-Damen.

Schruns. „High Noon“ im Kapellrestaurant auf gut 1850 m Seehöhe. Der Weltcup Montafon kündigte sich mit Sonnenschein und weißer Pracht an, nur Susanne Moll war ungewohnt leise. Mit einem leichten Beben in der Stimme kündigte die 28-jährige Snowboarderin das Ende ihrer Karriere an. Beim Heimweltcup im Montafon wird die Andelsbucherin zwar noch einmal an den Start gehen, dann ist endgültig Schluss.

Die Erfahrung weitergeben

„Es war keine Entscheidung über Nacht“, verriet Moll im VN-Gespräch – und schluckte dabei schwer. Schon Ende der Vorsaison habe sie darüber nachgedacht, dann aber viel Spaß am Training gehabt und noch einmal durchgestartet. Im Herbst kam dann ein Umdenken bei der Vorarlbergerin, auch weil sie sich bereits intensiver um die Europacup-Truppe mit ihren beiden Landsfrauen Sophia Ganahl (20) und Christine Holzer (20), den Zwillingen Katharina und Kristina Neussner (19) sowie Pia Zerkhold (17) kümmerte. Schließlich war da auch noch die bittere Erkenntnis: „Ich bin nicht mehr die wilde Henne von früher.“ Die Worte kommen ihr allerdings nur unter Tränen über die Lippen. Moll, die die Entwicklung im FIS-Snowboardcross der letzten elf Jahre hautnah erlebte, nahm an sechs Weltmeisterschaften teil und belegte 2014 in Sotschi bei den Olympischen Winterspielen den zwölften Platz. So richtig gerne erinnert sich die Bregenzerwälderin aber an die Starts bei den X-Games in Aspen. „Ich bin ja die Abfahrerin unter den Crossfahrerinnen“, erzählt Moll und findet ihr charmantes Lächeln wieder. „In Aspen waren die Kurse schon sehr cool.“ Druck habe sie jedenfalls hinsichtlich ihrer Entscheidung nicht verspürt. Vielmehr habe ihr die Arbeit mit der Nachwuchstruppe täglich mehr Spaß gemacht. „Ich freue mich, wenn ich sehe, dass ich ihnen mit meiner Erfahrung helfen kann und dass sie auch Fortschritte machen“, beweist Moll Teamgeist. Vorerst gilt ihre Konzentration noch einmal ihr selbst, denn beim letzten Rennen würde sie sich gerne einen Traum erfüllen. „Im ersten Weltcuprennen stand ich auf dem Podium, zum Abschluss wäre das echt genial.“

Ich bin nicht mehr die wilde Henne von früher.

Susanne Moll
Im Jahre 2004 ging der Stern . . .
Im Jahre 2004 ging der Stern . . .
. . . von Susanne Moll beim Weltcup in Bardonecchia auf. Fotos: MS
. . . von Susanne Moll beim Weltcup in Bardonecchia auf. Fotos: MS

Zur Person

Susanne Moll

Geboren: 27. Juli 1987 in Andelsbuch

Ausbildung: Skigymnasium Stams

Beruf: Polizistin

Erfolge: Zwölf Top-10-Ergebnisse im SBX-Weltcup, ein Podestplatz (3.) 2004 in Bardonecchia/ITA, zwei Mal Silber bei Junioren-Weltmeisterschaften 2004 und 2005; Olympia-Zwölfte in Sotschi 2014; WM-Neunte 2013 in Stoneham