Die gefährlichste Abfahrt der Welt
Der Abfahrtsklassiker in Kitzbühel wurde in diesem Jahr seinem Ruf wieder einmal gerecht. Die Streif forderte zuerst im Training, dann im Rennen ihre Opfer. Bemerkenswert war diesmal die Sturzserie am Hausberg, noch dazu von arrivierten Läufern wie Aksel Lund Svindal, Hannes Reichelt und Georg Streitberger.
Jene Passage nach dem Sprung am Hausberg, die den drei Läufern zum Verhängnis wurde, schienen einige Abfahrer mühelos zu meistern. Andere wiederum hatten dort große Probleme mit dem Schwungansatz. Ein Grund dafür waren wohl die schwierigen, man spricht von flachen, Lichtverhältnissen. Und dann war da noch eine kleine Mulde an der ungünstigsten Stelle in der Kompression nach dem Hausberg. Diese Stelle befand sich genau auf der Ideallinie der Fahrer! Wer etwas links davon seine Spur in die Schrägfahrt wählte, blieb von diesem Problem verschont. Dass nach dem schweren Sturz von Georg Streitberger offenbar keiner der am Hausberg postierten Trainer diesen kritischen Punkt an den Start funkte, ist doch verwunderlich. Möglicherweise wurde es den Athleten aber auch nicht richtig kommuniziert.
Es ist bei solchen Passagen und unter diesen Umständen extrem schwierig, die richtige Wortwahl zu finden. Zum einen, weil es gilt, am Funkgerät den heiklen Abschnitt so exakt wie möglich zu beschreiben. Zum anderen stehen die Fahrer, die am Start bei einer Unterbrechung auf ihren Einsatz warten müssen, unter dem Eindruck, den ein Zwischenfall mit sich bringt. Die Aufnahmefähigkeit eines Athleten kurz bevor er sich ins Rennen stürzt, ist ziemlich eingeschränkt. Man bezeichnet das als Tunneleffekt.
Hätte das Rennen nach dem Sturz von Streitberger abgebrochen werden sollen? ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat das ja gefordert. Ich denke nicht. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht gefährlicher als in anderen Jahren auch. Und klar ist auch: Die Hahnenkamm-Abfahrt ist und bleibt die gefährlichste Skirennstrecke der Welt. Und ab und zu wirft sie einfach mehr und auch sehr gute Höllenreiter ab als sonst.
Die Streif ist und bleibt die schwierigste Skirennstrecke der Welt. Ab und zu wirft sie einfach mehr und auch sehr gute Höllenreiter ab als sonst.
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