Skifahrer mit eigener Sportstätte

Sport / 21.03.2016 • 22:25 Uhr
Die optimalen Bedingungen des Trainingszentrums werden vom Ski-nachwuchs bereits intensiv genützt. Fotos: ko
Die optimalen Bedingungen des Trainingszentrums werden vom Ski-nachwuchs bereits intensiv genützt. Fotos: ko

Auf der Garfrescha in St. Gallenkirch ist die erste Ski-Trainingsstrecke in Betrieb.

St. Gallenkirch. Gut Ding braucht oft ganz viel Weil. Wie etwa die Realisierung einer permanenten Ski-Trainingsstrecke für junge Rennläufer in Vorarlberg. Viele Winter sind ins Land gezogen, ehe jetzt auf der Alpe Garfrescha in St. Gallenkirch der erste Stützpunkt in Betrieb genommen wurde. „Wir haben jahrzehntelang darum gekämpft, dass wir so etwas bekommen“, blickt Patrick Ortlieb, Präsident des Skiverbandes, auf mehrere Anläufe zurück. „Vielen Dank an alle Beteiligten, dass man diesen Schritt gewagt und das erste Trainingszentrum realisiert hat.“ Ein Schritt, der überfällig war: „Jetzt hat auch der Skisport endlich eine Sportstätte. Jeder Fußballklub hat einen Platz, jeder Handballverein eine Halle, nur wir Skifahrer waren immer auf das Goodwill von Liftbetreibern angewiesen.“

Neue Projekte

Der erste Schritt sei gemacht, es müsse aber möglich sein, in Vorarlberg flächendeckend Trainingsstrecken umzusetzen. „Ein Projekt im Bregenzerwald sollte verwirklicht werden.“ Und die Rennläufer sollten auch unter Flutlicht trainieren können. Ortlieb: „In der Schule wird es für die Jugendlichen immer intensiver. Es muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Skifahrer auch zwischen 16 und 20 Uhr trainieren können.“

Sportlandesrätin Bernadette Mennel lobte, dass das Projekt professionell aufgestuhlt wurde. „An der Realisierung haben ganz viele mitgeholfen und an einem Strang gezogen. Das war beispielhaft in der Umsetzung für die Vorarlberger Kernsportart Skifahren“, dankte Mennel SC-Montafon-Präsident Thomas Amann und seinen Mitstreitern.

Für Peter Marko, Geschäftsführer der Skiarena Silvretta Montafon, war es selbstverständlich, am Projekt mitzuarbeiten. Nicht nur der Fremdenverkehr sei wichtig, sondern auch, „dass der Sport im Tal lebt“. Mit dem Ex-Weltcuprennläufer Martin Marinac wurde ein Experte angestellt, der zusammen mit Trainer Pierre Egger die Piste (nebeneinander haben Slalom, Riesentorlauf, ein Kurzskipperlauf und ein Speedabschnitt Platz) in Rennzustand bringt. Man könne auch weiter sportliche Highlights im Auge behalten, meinte Marko. In Planung sei außerdem ein großes Beschneiungsprojekt. Marko: „Wir haben erst in diesem Winter wieder gesehen, wie wichtig die Schneekanonen für unser Tal sind.“

Erster Erfolg

Ehrengast Marc Girardelli sah es als etwas Besonderes, einmal im Montafon das Wort ergreifen zu dürfen. „Früher kamen meine härtesten Konkurrenten aus dem Montafon. Diese starke Konkurrenz war mit ein Grund, warum ich aus Österreich weggegangen bin“, packte er ein Bonmot aus.

Die neue Trainingsstrecke darf sich bereits den ersten Erfolg an die Fahne heften, wie Head-Rennsportleiter Rainer Salzgeber erzählt: „Wir haben hier auf der Garfrescha mit unserem Testfahrer Calle Lindh die Slalomski von Andre Myh­rer, der am Sonntag in St. Moritz im Weltcup gewonnen hat, probiert und eingefahren. Es war dies der erste Weltcup-Slalomerfolg für Head bei den Herren seit Paul Frommelt im Jahre Schnee . . .“

Die neue Ski-Trainingsstrecke auf der Garfrescha war Treffpunkt für Sport, Politik und Wirtschaft.
Die neue Ski-Trainingsstrecke auf der Garfrescha war Treffpunkt für Sport, Politik und Wirtschaft.