Volksfest rund um die Historischen Schiffe

VN / 20.05.2026 • 09:40 Uhr
Vollbesetzt wie selten – am Tag der offenen Tür waren bei den angebotenen Rundfahrten jeweils mehr als 300 Passagiere an Bord. „Mehr hätte keinen Sinn gemacht, es war schon so sehr eng“, so die Kapitäne zur Zugangsbeschränkung.
Vollbesetzt wie selten – am Tag der offenen Tür waren bei den angebotenen Rundfahrten jeweils mehr als 300 Passagiere an Bord. „Mehr hätte keinen Sinn gemacht, es war schon so sehr eng“, so die Kapitäne zur Zugangsbeschränkung.peter strauss

Ausflügler stürmten Hohentwiel und Oesterreich und genossen das große Rahmenprogramm

Hard Sie sind der Stolz des Bodensees, locken Sommer für Sommer Gäste aus aller Welt auf das Schwabenmeer und waren und sind Thema für unzählige Filmteams von James Bond bis zum japanischen Fernsehen: die historischen Schiffe Hohentwiel und Oesterreich, die es einmal im Jahr „bodenständig“ geben und zum Tag der offenen Tür einladen. Vorarlbergerinnen und Vorarlberger machten von dieser Einladung ausgiebig Gebrauch, stürmten die beiden Schiffe regelrecht und genossen bei Kaiserwetter auch das Rahmenprogramm und so entwickelte sich ein prächtiges Volksfest auf den Schiffen und im Hafengelände.

Ein Highlight des Volksfestes um die Historische Schifffahrt: Auf der Lädine St. Jakob durften Passagiere sogar Segel setzen . . .   
Ein Highlight des Volksfestes um die Historische Schifffahrt: Auf der Lädine St. Jakob durften Passagiere sogar Segel setzen. 

Auch am Grill Hauben-Niveau

Seit 15 Jahren ist Haubenkoch Heino Huber für die Bordgastronomie verantwortlich, die er 2011 auf ein neues Qualitätslevel gehoben hat. Beim Tag der offenen Tür bot er auch am Grill Hauben-Niveau: Dank „Würsten vom Virgler“, die nicht nur in Lustenau, sondern weit darüber hinaus als die besten gelten.

Volksfest rund um die Historischen Schiffe
“Schade, da war auf der Hohentwiel leider kein Platz mehr, aber es gibt ja noch einmal eine Fahrt”, schauten nicht nur diese beiden Gäste dem auslaufenden Dampfer nach und mussten sich auf später vertrösten. Hunderte wollten auf den Dampfer und die Oesterreich, da war Geduld gefragt.

Auf dem Wasser und zu Land

Nostalgie wurde nicht nur auf dem Wasser geboten, auch zu Land hatte Markus Flatz, Geschäftsführer der Museumsschiff GesmH wieder für besondere Schmankerl gesorgt und neben seinem bekannten „Werbe-Oldtimer“ unter anderem von „Kapitänen der Landstraße“ auch außergewöhnliche Fahrzeuge auffahren lassen. Allen voran der Laffly, Baujahr 1912, aus dem Besitz des Montafoner Transportunternehmens Schennach.

Das 1858 gegründete französische Unternehmen Laffly produzierte ursprünglich Feuerwehrgeräte und Straßenbaumaschinen, ab 1989 erste Automobile und startet 1912 die Produktion von Nutz- und Militärfahrzeugen – der Laffly AR 5 von Schennach stammt aus dieser ersten Typenserie.

Volles Haus und Riesenstimmung beim Tag der offenen Tür im Harder Hafen der Historischen Schifffahrt Bodensee.   
Volles Haus und Riesenstimmung beim Tag der offenen Tür im Harder Hafen der Historischen Schifffahrt Bodensee.  

Transporte Vögel stellte dem drei jüngere Generationen gegenüber: Seniorchef Stefan erläuterte den Fiat (1970) und den Scania (2002) sein Sohn Herwig mit berechtigtem Stolz den nagelneuen Elektro-Mercedes, Baujahr 2026, der nicht nur umwelttechnisch eine neue Dimension erschließt, sondern auch sonst alle Stückchen spielt – so werden etwa Rückspiegel durch Videokameras ersetzt, die das Geschehen hinter dem Lkw auf Bildschirme übertragen.

Der Andrang interessierter Besucher übertraf alle Erwartungen, deshalb mussten Tische und Bänke auch in der Wiese mit den Oldtimern – im Bild vor dem Laffly AR 5, Baujahr 1912 – aufgestellt werden.
Der Andrang interessierter Besucher übertraf alle Erwartungen, deshalb mussten Tische und Bänke auch in der Wiese mit den Oldtimern – im Bild vor dem Laffly AR 5, Baujahr 1912 – aufgestellt werden.

Programm für Kinder

Neben anderen interessanten Fahrzeugen stach vor allem der goldene Kunstbus von Barbara Husar ins Auge. Während die Autofans sich für die Oldtimer interessierten, vergnügten sich die Kids bei Clown Pompo und beim Kinderschminken, aber vor allem auf den vielen Schiffen, denn an diesem Tag gab es nicht nur Hohentwiel und Oesterreich zu erkunden, sondern auch die Lädine St. Jakob, das Feuerwehrboot Föhn, das Boot der Seepolizei und der Wasserrettung.

Einzigartig: der Nachbau einer Lädine, wie sie für den Gütertransport vom 14. bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Bodensee in Einsatz war.
Einzigartig: der Nachbau einer Lädine, wie sie für den Gütertransport vom 14. bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Bodensee in Einsatz war.

Die „Großen“ genossen die musikalisch unter anderem von Ensembles der Musikschule Hard begleiteten Rundfahrten mit den beiden historischen Schiffen, lernten bei Schiffsführungen Hohentwiel und Oesterreich besser kennen oder holten sich am von Martin Uhlig betreuten Infozelt Infos und Bücher zur Hohentwiel. Dabei waren die Rundfahrten komplett ausgebucht – jeweils mehr als 300 Passagiere auf dem Dampfer, kaum weniger auf der Oesterreich – „mehr hätte keinen Sinn gemacht, es war auch so schon ganz schön eng“, freute sich Dampfer-Urgestein Robert Kössler und sein Kollege Fritz Köchle von der Oesterreich pflichtete ihm bei.

Stargast aus einer anderen Welt

Und dann war da noch ein ganz besonderes Schiff: Ein Nachbau der Lädine, Lastensegler, die ab dem 14. bis ins 20. Jahrhundert den Gütertransport auf dem Bodensee bewerkstelligten. Highlight dieser Rundfahrt: Passagiere durften dabei Segel setzen für „Volle Fahrt voraus“. STP  

Hunderte interessierte Besucher nützten den Traumtag zu einer Rundfahrt, ebenfalls Hunderte erkundeten den Dampfer, wenn  dieser im Hafen lag und die Oesterreich unterwegs war.
Hunderte interessierte Besucher nützten den Traumtag zu einer Rundfahrt, ebenfalls Hunderte erkundeten den Dampfer, wenn dieser im Hafen lag und die Oesterreich unterwegs war.
Schiffsgeschichte am Bodensee: Die Lädine St. Jakob vor dem ausgemusterten Fährschiff Fountainbleu, das gegenüber von Hohentwiel und Oesterreich als Klubheim der Harder Segler liegt.
Schiffsgeschichte am Bodensee: Die Lädine St. Jakob vor dem ausgemusterten Fährschiff Fountainbleu, das gegenüber von Hohentwiel und Oesterreich als Klubheim der Harder Segler liegt.
. . . und dann ging’s so wie vor Hunderten von Jahren mit Windkraft dahin.
. . . und dann ging’s so wie vor Hunderten von Jahren mit Windkraft dahin.
Und nicht nur Segel durften gesetzt werden, kleine Kapitäne wie Lenny und Felician (li.) durften sogar kurz ans Steuer.
Und nicht nur Segel durften gesetzt werden, kleine Kapitäne wie Lenny und Felician (li.) durften sogar kurz ans Steuer.
Mit dem Laffly AR 5 Baujahr 1912, bot das Montafoner Transportunternehmens Schennach den Oldtimer-Fans einen seltenen Leckerbissen.
Mit dem Laffly AR 5 Baujahr 1912, bot das Montafoner Transportunternehmens Schennach den Oldtimer-Fans einen seltenen Leckerbissen.
Auch die Wasserrettung präsentierte sich beim Tag der offenen Tür.
Auch die Wasserrettung präsentierte sich beim Tag der offenen Tür.
Mit Musik geht es noch einmal besser – Ensembles der Musikschule Hard sorgten für flotte Begleitung bei den Rundfahrten.
Mit Musik geht es noch einmal besser – Ensembles der Musikschule Hard sorgten für flotte Begleitung bei den Rundfahrten.
„Schau mal Papa . . . ich darf die Hohentwiel fahren . . .! Na na, nicht ganz allein, der Robert hilft mir ein bißchen . . .!“   
„Schau mal Papa . . . ich darf die Hohentwiel fahren . . .! Na na, nicht ganz allein, der Robert hilft mir ein bißchen . . .!“  
Unglaubliche 114 Jahre liegen zwischen den Stars der Fahrzeugschau: Gegenüber dem Laffly AR 5, Baujahr 1912, ließ Markus Flatz von Stefan (li.) und Herwig (re.) Vögel den praktisch fabrikneuen E-Mercedes, Baujahr 2026 auffahren.
Unglaubliche 114 Jahre liegen zwischen den Stars der Fahrzeugschau: Gegenüber dem Laffly AR 5, Baujahr 1912, ließ Markus Flatz von Stefan (li.) und Herwig (re.) Vögel den praktisch fabrikneuen E-Mercedes, Baujahr 2026 auffahren.
Volksfest rund um die Historischen Schiffe
“Willkommen an Bord! Kapitän Robert Kössler und sein Kollege Fritz Köchle und die Besatzungen der beiden Historischen Schiffe konnten weit mehr als Tausend Neugierige bei den Rundfahrten begrüßen.inzigartig: der Nachbau einer Lädine, wie sie für den Gütertransport vom 14. bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Bodensee in Einsatz war.
Hin und wieder bediente Heino Huber auch Special Guests.
Hin und wieder bediente Heino Huber auch Special Guests.
Jürgen Zimmermann zu Besuch bei „seinen“ Oesterreich-Kapitänen Fritz Köchle und Felix Brandauer. Mit ihrer Crew begeisterten sie Hunderte Gäste mit Rundfahrten und bei Schiffsbesichtigungen.
Jürgen Zimmermann zu Besuch bei „seinen“ Oesterreich-Kapitänen Fritz Köchle und Felix Brandauer. Mit ihrer Crew begeisterten sie Hunderte Gäste mit Rundfahrten und bei Schiffsbesichtigungen.
Der zaubernde Clown Pompo vertrieb den Kids die Zeit mit seinen verblüffenden Darbietungen.   
Der zaubernde Clown Pompo vertrieb den Kids die Zeit mit seinen verblüffenden Darbietungen.  
Fantasievoll geschminkt wurden zahllose Kids im „Outdoor-Studio“.
Fantasievoll geschminkt wurden zahllose Kids im „Outdoor-Studio“.
Schiffsgastronom und Hauben-Koch Heino Huber in der Rolle als „Hauben-Griller“. Sein Qualitätsgeheimnis: „Würste vom Virgler“, die weit über Lustenau hinaus als die besten gelten . . .
Schiffsgastronom und Hauben-Koch Heino Huber in der Rolle als „Hauben-Griller“. Sein Qualitätsgeheimnis: „Würste vom Virgler“, die weit über Lustenau hinaus als die besten gelten . . .
Großes Interesse für das Rahmenprogramm, wie die Präsentation des Feuerwehrboots Föhn. Auch auf dem Boot der Wasserrettung (im Hintergrund) herrschte reges Kommen und Gehen.
Großes Interesse für das Rahmenprogramm, wie die Präsentation des Feuerwehrboots Föhn. Auch auf dem Boot der Wasserrettung (im Hintergrund) herrschte reges Kommen und Gehen.
Selbstverständlich konnte auch das Polizeiboot, das besonders bei der Jugend großes Interesse auslöste, eingehend in Augenschein genommen werden.
Selbstverständlich konnte auch das Polizeiboot, das besonders bei der Jugend großes Interesse auslöste, eingehend in Augenschein genommen werden.
Schifffahrts-Urgestein Martin Uhlig hatte in seinem Info-Zelt interessante Bücher über die Historische Schifffahrt mitgebracht.
Schifffahrts-Urgestein Martin Uhlig hatte in seinem Info-Zelt interessante Bücher über die Historische Schifffahrt mitgebracht.
Was für ein Erlebnis: Als Feuerwehrmann auf dem „Föhn“ . . . Da wird doch gleich volles Rohr gelöscht!
Was für ein Erlebnis: Als Feuerwehrmann auf dem „Föhn“ . . . Da wird doch gleich volles Rohr gelöscht!