Marc Girardelli

Kommentar

Marc Girardelli

Versöhnlicher Abschluss

Sport / 25.03.2016 • 19:09 Uhr

Das letzte Rennwochenende in St. Moritz ist vorbei und die österreichischen Athleten werden wohl alle froh darüber sein. Im Gegensatz zu den überraschend starken Schweizern gelang es unseren Läufern nicht, nochmals alle Reserven zu mobilisieren und richtig abzusahnen. Doch mit ein paar Top-Ten-Platzierungen, dem Nationencup und einer kleinen Glaskugel neben Hirscher, „dem Allmächtigen“, konnte man am Ende zufrieden sein.

Oder doch nicht? In den letzten Wochen war vom Präsidenten Schröcksnadel angefangen immer mehr Kritik an den Athleten geübt worden. Dieser Meinung schlossen sich Alpin-Direktor Hans Pum und der Cheftrainer Puelacher an. Aber alleine schon in dieser Frage gegen den Präsidenten zu opponieren, würde mit ziemlicher Sicherheit die fristlose Kündigung bedeuten. Auch wenn alle wissen, dass einiges im Argen liegt, weiß keiner so recht, wo man den Hebel ansetzen soll. Tatsache ist, dass ohne Hirscher der Nationen-cup verloren wäre und bei der Herren-Wertung wäre man ohne Hirscher knapp vor Deutschland auf dem fünften Platz gelandet! Von der stärkster Skination der Welt also weit entfernt. Ich denke aber nicht, dass man den schwarzen Peter nur den Athleten zuschieben sollte. Jeder von ihnen will im Rennen das Beste geben, um erfolgreich zu sein. Und einige Lichtblicke gab es schon.

Doch leider verletzten sich Anfang Saison genau diejenigen Rennläufer, die das Team auch führen könnten. Die Trainer und Betreuer konnten danach diese psychologisch wichtige Führungsposition nicht ausfüllen und den jungen und teilweise noch unerfahrenen Läufern das nötige Selbstvertrauen vermitteln. Vielleicht sollten deshalb nicht nur die Athleten in sich gehen, um ihre unverkennbaren Schwächen auszuloten, sondern genauso die Trainer und Betreuer. Im ganzen ÖSV gibt es heuer sowieso nur zwei Menschen, die keine Schwächen zeigten. Der eine ist Marcel Hirscher, und der andere sein Chef.

Tatsache ist, dass ohne Marcel Hirscher der Nationencup für Österreich nicht zu gewinnen gewesen wäre.

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